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Lokales

24. September 2017 | 12:23 Uhr

Das große Aufräumen nach der Flut

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Sie verstauen Plastikplanen und leeren tausende von Sandsäcken: Nachdem das Hochwasser sich aus der Prignitz zurückgezogen hat, machen sich jetzt viele freiwillige Helfer ans Aufräumen.

svz.de von
erstellt am 23.Jun.2013 | 07:51 Uhr

Bälow/Breese/Wittenberge | Die schwarze Plastikplane ist groß und nass, Sand klebt an ihr. Denny Grübnau, Christian Sill, Bernd Rogge und Johanna Sommerfeldt ziehen sie von der Deichschräge auf den Straßenbeton, falten sie, wie es eben so geht, und heben sie auf den Hänger hinter der schweren Zugmaschine. Folie für Folie arbeiten sie sich auf der Deichstraße Richtung Bälow vor. Die Kameraden kommen von Feuerwehren aus der Gemeinde Plattenburg. "Wir sind freiwillig hier, weil wir wissen, dass aufgeräumt werden muss", sagen Denny Grübnau und Johanna Sommerfeldt. Die anderen nicken zustimmend. Ihr erster Einsatz bei diesem Hochwasser ist es nicht. Trotzdem helfen sie wieder.

Hinter dem Lenkrad der Zugmaschine sitzt Robert Laumer. Der junge Mann ist im Landwirtschaftsbetrieb von Ulf Oestreicher in Abbendorf beschäftigt. Dieser Agrarbetrieb und Olaf Püttner, der seine Kfz-Werkstatt in Bälow hat, stellten an diesem Sonnabend ihre Technik für die Abfuhr von Sandsäcken und Folie zur Verfügung. "Wir sind froh, dass das alles so reibungslos und mit solchem Engagement klappt", sagt Gerald Neu. Der Ordnungsamtsleiter von Bad Wilsnack/Weisen flitzt von Einsatzstelle zu Einsatzstellen. Feuerwehren aus Pritzwalk und der Gemeinde Plattenburg sind gemeinsam mit Kameraden aus Groß und Klein Lüben sowie weiteren Helfern auch aus Bälow dabei, die Deichstraße vom Sandkruger Wäldchen bis nach Bälow zu räumen. "Wir wollen dieses Stück Straße Mittwoch auf jeden Fall wieder freigeben", sagt Neu. Noch ist nämlich von Sandkrug aus die Zufahrt nach Bälow gesperrt.

Auch in Breese hat das große Aufräumen begonnen, kann aber nicht alles mit einem Mal gemacht werden. Priorität hat das Räumen auf der Straße zwischen Breeser Stern Richtung Ortseingang Weisen. Damit dort nach dem Hochwasserverbau schnellstmöglich wieder gefahren werden kann, sagt Amtsbrandmeister Roland Muntau. 35 Kameraden aus dem Bereich Gumtow sind am Samstag mit vier Trupps auf der L 11 und einem Trupp auf der Kreisstraße beim Räumen.

Schon ab dem heutigen Montag kann das Amt Bad Wilsnack/Weisen zehn Mitarbeiter einer kurzfristig bewilligten Arbeitsfördermaßnahme einsetzen, um das Aufräumen zu forcieren, ist Ordnungsamtsleiter Neu froh.

Auch Wittenberge hat eine geförderte Maßnahme beantragt. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann geht davon aus, dass die Mitarbeiter in Kürze anfangen können. Am Sonnabend waren aber erst einmal Helfer aus Wittenberge und Umgebung gebeten. Auf der Ölmühle lagerten 110 000 Sandsäcke. Sie mussten geleert werden. Abends waren es nur noch geschätzte 10 000. Unter jenen, die kräftig anpacken, sind Birgit und Jürgen Finschow und auch Christel Steinborn. "Wenn viele mitmachen, dann schafft man auch ’was weg", kommentieren sie kurz und knapp. "Ganz, ganz toll", bedankte sich der Bürgermeister abends. Wer Lust hatte, konnte nach getaner Arbeit auf der Ölmühle noch bei Bier und Gegrilltem zusammensitzen.

In Wittenberge wie in Bälow und Breese war am Sonnabend neben dem Aufräumen und dem Fleiß der Menschen der noch immer ausstehende Deichbau bei Breese und auf der Strecke zwischen Scharleuk und Bälow das Thema. Völlig inakzeptabel sei, so Neu, die Formulierung des Potsdamer Regierungskabinetts, der Deichbau bei Breese werde für 2014 angestrebt. Für den Bereich Bälow werde gar kein Datum genannt. "Wir sind sehr enttäuscht", sagt Neu. Im Gleichklang mit dem Amt Bad Wilsnack/Weisen fordert auch Wittenberge, endlich Breese und die Stepenitzniederung durch einen Deichneubau einschließlich L 11 zu schützen.

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