Das Elbewasser steigt und steigt

Hier in Neu Bleckede geht es nicht weiter. Die Fähre legt vom Hochwasseranleger ab.
Hier in Neu Bleckede geht es nicht weiter. Die Fähre legt vom Hochwasseranleger ab.

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14. Januar 2011, 01:57 Uhr

Amt Neuhaus | Die Wasserstände der Elbe steigen und steigen, die Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg sagt für Donnerstag nächster Woche einen Pegelstand am Pegel Neu Darchau von 6,90 Meter voraus. Damit würde die Alarmstufe vier und somit Katastrophenalarm ausgelöst. Der prog nostizierte Wert muss nicht eintreffen, es kommt unter anderem darauf an, wie viele Niederschläge noch fallen. Aber natürlich bereiten sich die Deichverbände und der Landkreis für den Fall der Fälle vor. Heute morgen treffen sich die damit befassten Stellen in Lüneburg bei Landrat Manfred Nahrstedt.

"Wir sind auf alles vorbereitet, haben bereits mit den Deichgeschworenen Gespräche geführt und uns um deren Unterbringung an den verschiedenen Standorten gekümmert" so Jürgen Sahs, Geschäftsführer des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes auf die Nachfrage von SVZ. Ab einem Pegel von 6,60 Metern in Neu Darchau werden die Deichwachen in Marsch gesetzt. Um die Deiche an der Elbe sorgt man sich aber nicht, sie sind alle saniert und große Eisschollen, die den Hochwasserschutz beschädigen können, schwimmen nicht mehr in der Elbe. Anders sieht es an den Rückstaudeichen aus, hier ist noch längst nicht alles fertig. Und wenn am Pegel in Boizenburg der prognostizierte Wert von 5,70 Meter (das bedeutet 9,50 Meter über N.N.) eintrifft, dann läuft das Wasser über den Überlauf und der Polder Sückau West läuft voll, kurze Zeit später dann der Polder Neue Sude. "Das ist dann wieder ein finanzieller Kraftakt, das alles abzupumpen", so Sahs.

Wer jetzt schon sehr vom aktuellen Hochwasser betroffen ist, ist die "Amt Neuhaus". Sie musste wegen des Eisganges am 19. Dezember den Betrieb einstellen, konnte am vergangen Wochenende endlich wieder fahren. "Einen Tag haben wir vom normalen Anleger abgelegt, dann mussten wir wieder umziehen. Ich habe in den 20 Jahren Fährbetrieb an der Elbe so etwas noch nicht erlebt. Im vergangen Jahr und jetzt zu Jahresbeginn haben wir sieben Mal Hochwasser gehabt. Wir mussten so oft wie nie zuvor den Hochwasseranleger nutzen", ist die Betreiberin der "Amt Neuhaus", Petra Wilhelm von den Wetterkapriolen nur noch genervt und glaubt inzwischen an den Klimawandel. Sie rechnet damit, dass der Betrieb in wenigen Tagen wegen des Hochwasser wieder eingestellt werden muss, informiert sich ständig über die Vorhersagen. "Die "Tanja" in Darchau kann meist ein, zwei Tage länger fahren.

Ist für die Bewohner des Amtes Neuhaus an der Elbe alles in Ordnung, so sieht es in Bleckede noch anders aus. Hier hatten die Deichbauarbeiten in den Ortsteilen Alt Wendischthun, Alt Grage und Walmsburg viel später als im Amt begonnen. Ist in Alt Wendischthun der Deich fertig und in Walmsburg soweit fortgeschritten, dass dort ein relativ guter Schutz gegeben ist, so ist die Ortslage Alt Garge noch ohne Hochwasserschutz. Daher ist gestern mit der Errichtung von Notdämmen begonnen worden, um die Menschen und Häuser wenigstens behelfsmäßig zu schützen.

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