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Lokales

17. Dezember 2017 | 15:03 Uhr

"Das Auto der Freiheit" im Aufwind

vom

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2010 | 06:39 Uhr

Güstrow | Die Sonne scheint und 535 Autofahrer im Landkreis Güstrow sind besonders glücklich. Mindestens: Denn die Zahl steht für die Cabriobesitzer und vermutlich ist in den letzten Tagen noch das eine oder andere dazu gekommen. Der "offene Aufbau" (Amtsdeutsch) liegt im Trend: Von 2008 bis heute ist die Zahl der Cabrios im Kreis um 37 gestiegen.

Zu den Cabrio-Fahrern gehört Anne Boelter. Seit Mai fährt sie einen 3er BMW E 36, acht Jahre alt, und erfüllte sich damit einen Traum. Die Mühl-Rosinerin liebt es, "ohne Dach" zu fahren. "Es ist das Auto der Freiheit. Ich mag es, es ist unvergleichlich, wenn ich die Natur und den Sommer rieche. Außerdem bereitet das Fahren riesigen Spaß. Eigentlich kann man es aber gar nicht in Worte fassen", sagt sie. In diesem Jahr konnte sie ihr Cabrio besonders genießen. "Ich habe beim Kauf alles richtig gemacht", freut sich die 24-Jährige. Tagelang blieb das Dach bei diesem herrlichen Sommerwetter unten. Auch gestern holte sie es aus der Garage und drehte ein paar Runden, ehe sie wieder ihren Dienst als Krankenschwester im KMG-Klinikum Güstrow antrat.

Der Kreis Starnberg ist in Deutschland die absolute Hochburg der Cabriofahrerinnen und -fahrer: Von 1000 Pkw können 81 das Dach einklappen. In Mecklenburg-Vorpommern führt der Landkreis Bad Doberan mit 21 Cabrios auf 1000 Pkw. Im Landkreis Güstrow sind es 11 von 1000.

Wird daraus eine Landesliga der Cabrios gemacht, dann reicht das für Platz 16 im Landesvergleich. Das Cabrio wurde in den letzten Jahren bei den Autokäufern zunehmend beliebter: Die Zahl der Cabrios hatte 2008 noch bei 498 gelegen, inzwischen sind es 535.

Die Frage heißt in Autohäusern aber auch immer mehr "Dach weg oder Waldweg?", denn an den Anteilen von Limousinen und Kombis knabbert nicht nur das Freiluft-Angebot. Der Trend geht sehr eindeutig zum Allrad. Werden die vorhandenen 1951 Allradler auf 1000 Fahrzeuge umgerechnet, dann sind es im Landkreis Güstrow 39 von 1000. Und wird auch hier eine Landesliga aufgestellt, dann ist das Platz 10 im landesweiten Vergleich. Spitzenreiter ist hier der Kreis Rügen mit 56 Allradlern pro 1000. Übrigens: Im bayrischen Kreis Miesbach kommen 173 von 1000 Pkw mit Allradantrieb daher.

Im Wettbewerb Cabrio gegen Allrad heißt das von 2008 bis heute: Die Zahl der Cabrios hat um 37 zugenommen, die der Allradler um 319.

Es gibt da allerdings eine klitzekleine Unwägbarkeit in dieser Geschichte: Inzwischen werden längst auch Cabrios mit Allradantrieb angeboten. Die rechnen die Statistiker beim Kraftfahrtbundesamt, von dem die Daten stammen, beiden Gruppen zu. Dach weg auf dem Waldweg oder wofür sonst auch immer der Vierradantrieb eingekauft wird, geht also auch.

Das ist gut für die Gruppe dieser Autokäufer, denen die Marktforscher laut Klaus Heschke, Pressesprecher des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, eines bescheinigen: "Sie gehen ganz unverkrampft mit dem Thema Auto um. Für die ist Autofahren ein Stück Lebensqualität und sie kaufen ihre Autos, um Spaß damit zu haben und sehen das alles nicht so verbissen." Schwaben, Badener und Bayern samt Zugereisten sind da eindeutig besser drauf als der größte Teil der Landsleute: Denn im Süden hat Ludwig auf alle Fälle mehr Lust auf den Wind in den Haaren als beispielsweise in Ludwigslust: In diesem Kreis in Mecklenburg-Vorpommern gibts gerade mal 14 Cabrios pro 1000 Pkw. Und die allerwenigsten Cabrios sind im Kreis Uecker-Randow unterwegs: zehn pro 1000. Da gehts aber nur um Zehntel, sonst wäre der Kreis Uckermark in Brandenburg der mit den wenigsten Cabrios.

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