Dankbar für 15 Jahre Begleitung

Ein seltener Moment: Zum Fototermin gelang es mit einer Ausnahme, das vollzählige Team des Ambulanten Pflegedienstes Lindner an einen Ort zu bekommen.Großmann
1 von 2
Ein seltener Moment: Zum Fototermin gelang es mit einer Ausnahme, das vollzählige Team des Ambulanten Pflegedienstes Lindner an einen Ort zu bekommen.Großmann

von
12. Mai 2010, 01:57 Uhr

Parchim | Alles, was Ingried Siegmund heute im Alter von 76 Jahren zu bewältigen vermag, hat sie ihrem eisernen Willen, ihrer Familie und ihrem Pflegedienst zu verdanken, der zwei bis dreimal täglich bei ihr vorbeischaut. Als am 1. Mai 1995 der Ambulante Pflegedienst Lindner aus der Taufe gehoben wurde, war Ingried Siegmund die erste Patientin. Vier Monate zuvor, am 1. Januar 1995, konnte sie nach einjährigem Aufenthalt im Pflegeheim in die Betreute Wohnanlage umziehen. Für Ingried Siegmund bedeutete das einen enormen Schritt zurück ins Leben nach dem erlittenen Schlaganfall, der sie überdies lange Zeit ins Koma fallen ließ.

Heute ist Ingried Siegmund nur noch dankbar, dass sie damals all ihre Kraft zusammengenommen hat, um wieder ein weitgehend selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu führen. Dabei half ihr auch immer die Gewissheit, bei Bedarf sogar rund um die Uhr Hilfe erhalten zu können. "Es ist ein so wunderbares Gefühl", gesteht die Seniorin und drückt die Hand von Mandy Schramm. Beide sind seit zehn Jahren miteinander vertraut.

Denn als Mandy Schramm vor zehn Jahren ihre Tätigkeit beim Pflegedienst Lindner aufnahm, war Ingried Siegmund ihre erste Patientin und Mandy Schramm dort angekommen, wo sie ihre Berufung sieht. Die Parchimerin absolvierte 1992 in unserem Krankenhaus ihre Ausbildung zur Krankenschwester, lebte und arbeitete mehrere Jahre in Hamburg, gründete dort eine Familie und kehrte mit ihr Ende 1997 in die Eldestadt zurück. Als ihre beiden Söhne, heute 14 und 12, aus dem Gröbsten raus waren, sehnte sie sich wieder zurück in den Beruf. "Ich mag die Abwechslung, man lernt so viele verschiedene Menschen kennen. Für viele Klienten sind wir inzwischen ein Teil der Familie, deren Angehörige es sehr zu schätzen wissen, dass ihre Eltern oder Großeltern bei uns so gut aufgeboben sind", sagt Mandy Schramm. Vor fünf Jahren wurde die Parchimerin schließlich mit der Pflegedienstleitung des Teams betraut, das seit 1995 von vier Mitarbeiterinnen auf aktuell 18 angewachsen ist. Der gestiegene Bedarf an individuellen Serviceleistungen lässt sich auch an folgender Größe festmachen: Allein in diesem Jahr wurde das Team um drei Mitarbeiter verstärkt. Dass es zum 15. gelang, alle Mitarbeiter an der großen, musikalisch von Käptn Alfred umrahmten Geburtstagskaffeetafel im Seniorenpflegeheim Lindner zu versammeln, ist fast ein Wunder. Schon kurze Zeit später waren alle wieder auf Achse.

Ein ambulanter Pflegedienst ist heute im wahrsten Sinne des Wortes Allrounder: Häusliche Krankenpflege in den Pflegestufen 1-3, die sogenannte Krankenhausvermeidungs- und Behandlungspflege gehören genauso zum Leistungspektrum wie die Haushalts- und Familienpflege, wenn zum Beispiel Kinder von erkrankten alleinstehenden Müttern oder Vätern zu versorgen sind. Auch Ursula Struck weiß, was sie an ihrem Pflegedienst hat. Die Seniorin ist heilfroh darüber, keine Fenster, Balkone und Außenbalustraden mehr putzen zu müssen. Dafür revanchiert sie sich bei den netten Hauswirtschaftern mit manch gutem Rat, wie man Balkonkästen in üppige blühende Oasen verwandelt. Selbst den Einkauf könnte sie delegieren.

Ein wichtiges Betätigungsfeld sieht Mandy Schramm auch in der Beratung, um gerade Menschen, die sich aufopferungsvoll um ihre Eltern oder Großeltern kümmern, das Umfeld zu erleichern. So kann Mandy Schramm z. B. pflegende Angehörige von Demenzkranken nur dazu ermutigen, die vom Gesetzgeber eingeräumten Möglichkeiten voll auszuschöpfen und sich für ein paar Stunden im Monat eine Auszeit zu gönnen, um auf diese Weise selbst Kraft für die Pflege zu finden. Die Finanzierung von professionellen Entlastungsangeboten ist dabei genau geregelt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen