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Lokales

11. Dezember 2017 | 16:16 Uhr

Damit Lernen wieder Spaß macht

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erstellt am 18.Mai.2010 | 06:16 Uhr

Güstrow | Die Güstrowerin Jennifer Tschukert ist ein Beispiel für den Erfolg des "Produktiven Lernens". Die Thomas-Müntzer-Schülerin steht kurz davor in der neunten Klasse ihre Berufsreife zu erhalten und hat sehr gute Chancen eine Lehre in ihrem Wunschberuf Frisöse zu beginnen. Jennifer gehörte zu den Schülern, wie sie bestätigt, die immer sehr zurückhaltend im Unterricht waren. Das "Produktive Lernen", für das sie sich bewarb, war daher genau das Richtige für sie, um selbstbewusster zu werden. "Viele kleine Erfolge in meinen Praktika führten dazu", erklärt sie.

"Produktives Lernen" im Landkreis Güstrow gibt es an den Regionalschulen "Thomas Müntzer" Güstrow und "Käthe Kollwitz" Bützow. Es ist eine neue Bildungsform in den Schulen im Land (siehe Stichwort). Die Schüler, die hier Teilnehmer heißen, erreichen nach mindestens zwei Jahren die Berufsreife und haben die Möglichkeit die "Mittlere Reife" im Laufe von zwei weiteren Jahren abzuschließen. In jeder Woche sind sie drei Tage im Betrieb und zwei Tage im Unterricht in der Lernwerkstatt der Schule. "Das ,Produktive Lernen richtet sich besonders an Schüler, die sich gern praktisch betätigen und lieber selbstständig in kleinen Gruppen arbeiten", erläutert Birgit Schön, Lernberaterin an der Müntzerschule. Partner der Jugendlichen sind die Eltern, die Mentoren in den über 50 Betrieben im Landkreis und die Lehrer, die im "Produktiven Lernen" Lernberater heißen.

"Den Anstoß, diese alternative Schulform einzuführen, gaben die vielen Schüler und Azubis, die ihre Schule und ihre Lehre abbrachen", erklärt Gerlind Schröder, ebenfalls Lernberaterin an der Müntzerschule. Mit dem "Produktiven Lernen" schnuppern die Jugendlichen je Trimester - so ist das Schuljahr aufgeteilt - in einen anderen Beruf. "Hier lernen sie besonders Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Praxisorientierung", sagen unisono Birgit Schön und Gerlind Schröder. Mit Doris Keil und Annemarie Borgwardt kümmern sie sich gegenwärtig um 30 Teilnehmer, von denen die ersten 13 am 2. Juli das "Produktive Lernen" beenden. "Wie es aussieht alle erfolgreich", sagt Birgit Schön. Den Erfolg misst Birgit Schön auch daran, dass sie von den Teilnehmern , von denen viele regelrecht "aufblühen", bestätigt bekommt: "Uns macht das Lernen wieder Spaß."

Sie und Gerlind Schröder gehörten gestern zu den 39 Lehrern, die das erste Weiterbildungsstudium am "Institut für ,Produktives Lernen in Europa" Berlin beendeten. Zwei Jahre studierten sie. Sie erhielten ihre Zertifikate als "Pädagogen des Produktiven Lernens" in Güstrow. Birgit Schön: "Wir kennen jetzt neue Lernformen und tauschten Erfahrungen aus." Zertifikate nahmen auch Martina Zedler und Grit Kopplow, Regionalschule Bützow, entgegen.

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