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Skurrile Einsätze für Jäger in NWM : Dachs und Marder zieht es in die Stadt

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Nandus im Garten, Dachse auf dem Friedhof, Marder in der Schule - Jäger im Landkreis Nordwestmecklenburg sind immer öfter bei durchaus skurrilen Einsätzen gefordert. Auch in Gadebusch, wo Wildschweine ein für sich sicheres Terrain entdeckt haben.

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erstellt am 05.Jan.2012 | 11:24 Uhr

Nandus im Garten, Dachse auf dem Friedhof, Marder in der Schule - Jäger im Landkreis Nordwestmecklenburg sind immer öfter bei durchaus skurrilen Einsätzen gefordert. Auch in Gadebusch, wo Wildschweine ein für sich sicheres Terrain entdeckt haben. So liegen sie im Schilfbereich des Burgsees und richten auf angrenzenden Wiesen nicht unerhebliche Schäden an. Das sagte gestern der Leiter des Hegerings Rehna, Uwe Tews. Das Problem für Jäger: Das Burgsee-Areal kann aus Sicherheitsgründen und der Nähe zu Wohngebieten und Kita nur äußerst schwer mit Waffen bejagt werden. Das Schwarzwild müsste ohnehin erst aus dem Schilfbereich heraus- und weggetrieben werden.

Dass sich Wildschweine in relativer Stadtnähe sauwohl fühlen, ist bei weitem keine Ausnahme mehr. So werden Jäger im Landkreis Nordwestmecklenburg immer öfter mit Anfragen von Garten- und Hausbesitzern konfrontiert. Sie klagen beispielsweise über Marder auf Dachböden und Schäden, die diese Raubtiere verursachen. "Wir empfehlen ihnen, die Tiere zu vergrämen. Das heißt, beispielsweise Hundehaare auf dem Boden auszulegen oder auch das Radio auf dem Dachboden einzuschalten", sagt der Rehnaer Hegeringleiter Uwe Tews.

Sven Dutschke vom Fachdienst Ordnung und Sicherheit kennt Fälle, in denen sich Marder auch in Bereiche vorwagen, die von Menschen sehr stark frequentiert werden. So fühlte sich solch ein Raubtier beispielsweise vom Grevesmühlener Gymnasium stark angezogen und bezog Quartier im Dachbereich. "Auch meterhohe Hindernisse sind für solche Tiere kein Problem", verdeutlicht Dutschke. Er empfiehlt zur Bekämpfung dieser Tiere das so genannte Vergrämen. Marder, Marderhund, Dachs und Iltis verfügten über einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Relativ effektiv seien daher Pfeffer oder mit Diesel getränkte Lappen, die auf dem Dachboden befestigt werden. "Das können diese Tiere nur schwer ertragen. Wenn das alles keinen Erfolg hat, hilft nur noch das Fangen des Marders mit Kastenfallen, um ihn dann an einen anderen Ort zu bringen", verdeutlicht Sven Dutschke.

So weit kam es im Fall der Gadebuscher Heinrich-Heine-Schule nicht. Auch hier wollte es sich in der Vergangenheit ein Raubtier gemütlich machen. Dabei wagte sich ein Dachs in die Kellerräume der Schule, hatte Pech und wurde entdeckt. Er konnte mit Erfolg vertrieben werden.

Problematischer ist ein Fall in der Kreisstadt Wismar. Vermutlich eine ganze Dachsfamilie suchte sich dort einen Friedhof als neues Domizil aus. Die Folge: Grabstellen wurden verunstaltet. Das wiederum rief Jäger auf den Plan, die auf das Vergrämen bzw. Fangen der tierischen Ruhestörer setzen.

Dass sich Wildtiere in urbane Gebiete wagen, kommt immer wieder vor. So wurde bei Gadebusch ein Nandu in einem Vorgarten gesichtet. Durch Rehna lief einst ein Hirsch und rief die Polizei auf den Plan. Den halben Vormittag "kämpften" Beamte mit dem Tier und hatten ihn schon in einen alten Garten getrieben. Doch dann sprang der Hirsch über einen Zaun und machte sich über Vitense in Richtung Grevesmühlen aus dem Staub.

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