Crivitz verzichtet auf Klage

<fettakgl>In der Trammer Straße</fettakgl> laufen die Vorbe reitungen, damit  am  Wochenende eine Behelfsbrücke  für den Zugverkehr aufgestellt werden kann.
In der Trammer Straße laufen die Vorbe reitungen, damit am Wochenende eine Behelfsbrücke für den Zugverkehr aufgestellt werden kann.

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27. Juli 2010, 08:16 Uhr

Crivitz / Friedrichsruhe | Die Stadt Crivitz wird nicht gegen die angekündigte Sperrung des Bahnübergangs am Zapeler Weg für den Fahrzeugverkehr vorgehen. So beschlossen es die Stadtvertreter mehrheitlich am Montagabend. Bis zum 11. August hätte die Stadt die Möglichkeit gehabt, dagegen Klage beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen.

Damit bleibt es bei den Planungen, die das Eisenbahnbundesamt gerade genehmigt hat: Die Strecke zwischen Schwerin und Parchim wird bis 2014 ausgebaut, damit hier Tempo 100 gefahren werden kann (derzeit sind 60 km/h möglich). Neben anderen wird auch der Bahnübergang Zapeler Weg dicht gemacht. Diesen Übergang will die Bahn nicht ausbauen. Er wird in Zukunft nur für Fahrradfahrer oder Fußgänger durchlässig sein.

Bürgermeister Ulrich Güßmann: "Dass der Zapeler Weg gesperrt wird, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht müsste diese Verbindung offen gehalten werden. Auch im Interesse der Zapeler, die diesen Weg ebenfalls nutzen." Er erinnert an die jetzige Situation beim Ausbau der Eisenbahnbrücke in der Trammer Straße. Auf Grund der Bauarbeiten musste dieser Abschnitt voll gesperrt werden. Die Crivitzer müssen Umwege in Kauf nehmen - die offizielle Umleitung führt über Sukow. Anwohner des vom Stadtzentrum abgeriegelten Wohnviertels können mit ihren Autos oder Mopeds auch den Bahnübergang Zapeler Weg nutzen. Das wird später dann nicht mehr möglich sein.

Auch für Rettungswagen oder Feuerwehr war der Bahnübergang am Zapeler Weg noch immer eine Möglichkeit, auf schnellem Weg ins Wohngebiet Trammer Straße zu gelangen, wenn die Hauptstraße gesperrt oder dicht war.

Dass sich die Stadtvertreter mehrheitlich gegen eine Klage ausgesprochen haben, hänge mit den Kosten zusammen, die solch ein Verfahren für die Stadt nach sich ziehen würde, meint der Bürgermeister.

In der Gemeinde Friedrichsruhe ist der Ausbau der Zugstrecke am Donnerstag Thema. Hier ist der Ausbau des Haltepunktes Friedrichsruhe vorgesehen - aber auch die Schließung des Haltepunktes im Ortsteil Ruthenbeck. Ob und wie sich die Gemeinde wehren kann, wird erörtert. Die Sitzung der Gemeindevertreter beginnt um 19 Uhr im Gemeindezentrum.

Während über das große Bauvorhaben an dieser Bahnstrecke noch gestritten wird, geht es mit den vorgezogenen Arbeiten in der Trammer Straße zügig weiter. Die alte Eisenbahnbrücke ist bereits komplett abgerissen. Derzeit wird alles für den Einbau einer Behelfskonstruktion vorbereitet. Das soll am Wochenende erfolgen. Diese Behelfsbrücke ist nötig, damit die Bauleute weitermachen können und dennoch der Straßenverkehr auf der Trammer Straße und auch der Schienenverkehr auf dem Gleis rollen kann. Die Ola will am 8. August wieder die Nahverkehrszüge zwischen Schwerin und Parchim fahren lassen. Vom 10. August an soll auch der Kraftverkehr die Baustelle in der Trammer Straße passieren können - einspurig und mit Hilfe einer Ampelregelung. Im November, wenn die Brückenkonstruk tion eingesetzt wird, sind an dieser Stelle erneut Sperrungen auf Straße und der Bahnstrecke notwendig, kündigt die Bahn an.

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