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Jusos treten Wahlwerbung der Rechtsextremen offensiv entgegen : Comic-Storch hackt Plakate

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In Schwerin ist ein neuer Kandidat auf den Wahlplakaten aufgetaucht: Storch Heinar. Er flattert vor allem dort durch die Stadt, wo die NPD plakatiert. Gestern ließ sich der Storch in der Grevesmühlener Straße nieder.

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2011 | 01:40 Uhr

Lankow | In Schwerin ist ein neuer Kandidat auf den Wahlplakaten aufgetaucht: Storch Heinar. Die Comic-Figur flattert vor allem dort durch die Stadt, wo die NPD plakatiert. Gestern etwa ließ sich der Storch auf vielen Straßenlampen in der Grevesmühlener Straße nieder.

"Wenn in einer Demokratie niemand Gesicht gegenüber jenen zeigt, die die Demokratie demontieren wollen, ist es schlecht um die Gesellschaft bestellt", sagte Martin Zenker, Regionalgeschäftsführer der Jusos in Westmecklenburg, der gemeinsam mit Freunden die Storch-Heinar-Plakate aufhängte. Die Comic-Figur war als Persiflage zu der bei den Neonazis beliebten Mode-Marke Thor Steinar entwickelt worden und konnte sich auch vor Gericht gegen alle Attacken aus der rechtsradikalen Ecke behaupten.

"Wir wollen den Nazi-Parolen etwas entgegensetzen, mit Witz und Charme die hohlen Phrasen entlarven", erläutert Manuela Schwesig vom Landesvorstand der SPD, die die Jusos schon seit Jahren bei der Pflege der Internetseite "Endstation rechts" und die Storch-Heinar-Kampagne unterstützt und in Schwerin für den Landtag kandidiert. Eine Aktion, die intelligent, locker und fröhlich aufgezogen werde, komme bei Jugendlichen gut an, versichert sie und verweist auf den Storch-Heinar-Contest für junge Bands. Die Songs der Sieger der Regional- und des Landeswettbewerbe seien auf einer CD zusammengestellt worden, die zum Schuljahresbeginn an interessierte Jugendliche verteilt werden soll.

Unterdessen haben Martin Zenker, Luisa Heide und ihre Freunde die Leitern schon zu den nächsten Laternen transportiert und lassen Storch Heinar auf die Passanten herabblicken. "Vandalismus lehnen wir ab, ein Herunterreißen anderer Plakate kommt für uns nicht in Frage", betont Zenker. Außerdem könne man mit Satire viel mehr erreichen. Und wenn schon ein schräger Vogel die sinnentleerten Parolen der NPD erkenne, könne das sicher auch jeder Wähler.

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