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Lokales

19. August 2017 | 07:35 Uhr

Chlorgas-Unfall in Lübstorfer Klinik

vom

Lübstorf | Bei der Reinigung des Schwimmbades gestern Früh passierte es: Vermutlich verwechselte ein Hausmeister der Klinik Schweriner See in Lübstorf beim Befüllen eines Tankes die Chemikalien, so dass ätzendes Chlorgas entstand. Er atmete das Gemisch ein und liegt zur Beobachtung auf der Intensivstation des Schweriner Klinikums. Sechs weitere Personen, darunter vier Patienten, klagten über Atemwegsbeschwerden und kamen ebenfalls ins Krankenhaus in der Landeshauptstadt.

Aus dem Hauptgebäude der Lübstorfer Klinik wurden zeitgleich 70 der 150 Patienten, die hier wegen einer Suchterkrankung behandelt werden, evakuiert. Denn die zuerst eingetroffenen Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten nicht genau bestimmen, wie gefährlich der entstandene Chemikalien-Mix war. Daher wurde der Trakt um die Schwimmhalle abgeriegelt.

Damit war zugleich der Weg für die Spezialisten vom Gefahrenzug des Katastrophenschutzes Nordwestmecklenburg frei. In Schutzanzügen und ausgestattet mit schwerer Atemschutztechnik konnten diese speziell ausgebildeten Feuerwehrleute aus Wehren des gesamten Kreises in der Klinik und in der Schwimmhalle Messungen vornehmen. Am frühen Nachmittag stand fest: Vom entstandenen Chlor-Wasserstoff-Gemisch gehen keine Gefahren mehr aus. Die in der Lübstorfer Turnhalle untergebrachten Patienten konnten am Nachmittag wieder in ihre Zimmer zurückkehren. Unklar war zu diesem Zeitpunkt nur, wie stark das Wasser im Schwimm becken verunreinigt wurde. Hier muss nun geprüft werden, wie die etwa 70 Kubikmeter entsorgt werden.

Erleichtert über den glimpflichen Ausgangs dieses Unfalls zeigte sich Dr. Thomas Fischer, Chefarzt der Lübstorfer Klinik. "Wir machen uns natürlich weiterhin Sorgen um unseren Hausmeister und die anderen Verletzten. Glücklicherweise kam es zu keinen größeren Schäden."

Der Chemie-Unfall gestern zeigte aber auch, dass der Rettungsdienst in Nordwestmecklenburg für solch einen Vorfall gut aufgestellt ist. Mehr als 110 Einsatzkräfte von freiwilligen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Polizei und Rettungsdienst waren nach Lübstorf gerufen worden. Auch Landrätin Birgit Hesse (SPD) machte sich vor Ort ein Bild vom Geschehen und dankte allen Helfern. Hans-Dieter Frey vom Katastrophenschutz des Landkreises hob hervor, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte wieder sehr gut funktionierte: "Pro Jahr verzeichnen wir ein bis zwei Einsätze nach vergleichbaren Unfällen."

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erstellt am 30.Aug.2010 | 08:18 Uhr

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