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Spezialpapierfabrik Neu Kaliß plant Solarenergienutzung : China hungrig nach Spezialpapier

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In einer wirtschaftlich guten Situation befände sich derzeit die seit 1995 in Neu Kaliß neu aufgebaute Spezialpapierfabrik. Bei den Partnern aus China sei insbesondere strapazierfähiger Tapetenvliese beliebt.

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erstellt am 03.Jul.2011 | 06:29 Uhr

Neu Kaliß | "Dieses Unternehmen ist schon eine Hausnummer für die Wirtschaftskraft in solch einer ländlich strukturierten Region ", stellte Landrat Rolf Christiansen nach der Betriebsbesichtigung der Spezialpapierfabrik Neu Kaliß im Verlauf der Amtsbereisung fest. Der Ludwigsluster Landrat weilte mit Amtsvorsteher Burkhard Thees, Verwaltungschefin Iris Weber und Daniela Krenz von der kommunalen Wirtschaftsfördergesellschaft einen Tag lang bei Firmen im Amt Dömitz-Malliß. Der erste Mann im Landkreis kehrte mit einem Mut machenden Ergebnis in Sachen wirtschaftlichen Aufschwungs zurück in die Kreisstadt. Christiansen sieht Potenziale, würde sich über mehr Ausbildungsplätze und auch über eine entsprechende vermehrte Nachfrage der jungen Arbeitssuchenden freuen.

In einer wirtschaftlich guten Situation befände sich derzeit die seit 1995 in Neu Kaliß neu aufgebaute Spezialpapierfabrik, erläuterte der Leiter für Finanzen, Einkauf und Personal, Dipl. Ing. Gernold Stier dem Landrat. Der hörte sicherlich zufrieden, dass die 130 Arbeitsplätze gesichert seien. Viele davon sind im Besitz von Betriebspersonal aus der nahen Region. Die zur Melitta-Gruppe gehörende Spezialpapierfabrik bildet zudem sechs Lehrlinge in unterschiedlichen Berufszweigen aus, informierte Stier. Gern werden junge Menschen aus der nahen Region zur Ausbildung aufgenommen, erklärte Stier, doch der Bedarf bliebe hinter der Nachfrage zurück. Und oftmals würden auch die Grundqualifikationen für eine Ausbildung nicht ausreichen.

Gute Kontakte zu Nachbarn und fernen Geschäftspartnern

Das Neu Kalisser Unternehmen sei gut aufgestellt, werde allerdings absehbar nicht weiter wachsen, informierte Ing. Dieter Kirchner, der die Geschäftsführung im Bereich Technik leitet. Zu den direkt benachbarten Unternehmen bestünden gute Kontakte, wenn es um Hallenbau oder Metallarbeiten gehe, weiß Kirchner die Kontakte zu Metallbau Mauritz und zu AMAS zu schätzen. Geht es ums Kerngeschäft, das seit 2002 aus der Produktion strapazierfähiger Tapetenvliese besteht, die fast durchgängig auf Hochtouren produziert würden, dann kommen diese Partner aus dem europäischen Ausland und insbesondere aus China. Unsere asiatischen Geschäftspartner besitzen einen schier unerschöpflichen Hunger auf unsere Produkte, informiert Kirchner nicht ohne den Eigenschutz der Neu Kalisser Produkte ins Abseits stellen zu wollen.

Expandiert das Unternehmen im Kerngeschäft zwar nicht weiter, so würden jedoch jedes Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro in das Unternehmen investiert, was durchaus steuerlich auch zum Wohl des Amtes beitrage, hörte auch Amtsvorsteher Burkhard Thees mit Wohlwollen.

Solarenergienutzung auf den Betriebsgebäuden geplant

Es gebe aktuell Planungen die Dächer der Betriebsgebäude mit Sonnenkollektoren oder Photovoltaikanlagen zu bestücken, gaben Kirchner und der Geschäftsführer für M-V, Paul Fender, einen Ausblick vor dem Betriebsrundgang. Thees fügte hinzu, dass die Nutzung von Dachflächen im Industriegebiet eine bessere Option sei, als Solarparks einzurichten. Ohne zeitliche Einbußen könnte die Spezialpapierfabrik heißes Wasser in einen Energieumlauf einspeisen. "Für hochtemperiertes Wasser haben wir kaum Verwendung", interessiert sich die Geschäftsleitung für eine ökologische Nutzung dieser großen Mengen. Seitens der Kommune könnte man sich durchaus auch die Ansiedlung von Biogasanlagen im Industriegebiet vorstellen, ergänzte Amtsvorsteher Thees.

Die weiteren Besuchstermine im Verlauf der Amtsbereisung führten Landrat Christiansen in die DRK-Kita Tewswoos, wo die Essenversorgung und Investitionen im Mittelpunkt stand. Weiter ging es zu den Unternehmen Nestle in Conow und zum Dömitzer Fachbetrieb Kucharczyk, wo sich Christiansen über den Fachkräftebedarf und die Pendlerproblematik informieren ließ. Vor dem Gespräch mit Ehrenamtlichen im Amtsbereich besichtigte der Landrat die Label-Ausstellung über den Hochwasserschutz im gesamten Elbeeinzugsgebiet.

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