Checker versetzt Wittenberge in Ekstase

'Hoch die Arme' brüllt Checker und versetzt die Masse auf der Ölmühle in Ekstase.hanno taufenbach
"Hoch die Arme" brüllt Checker und versetzt die Masse auf der Ölmühle in Ekstase.hanno taufenbach

von
22. August 2010, 09:58 Uhr

Wittenberge | Der Checker. Dieser Name ist es, der den Altersdurchschnitt der Stadtfestbesucher Samstagabend auf der Ölmühle nach unten rauschen lässt. Kreischende Teenager, wie sie die Stadt wohl noch nicht gesehen hat. Ein wogendes Meer in die Höhe gestreckter Armer und pausenlos mit ihren Handys filmende und fotografierende Mädchen in der ersten Reihe.

Auf der großen Elblandbühne ein schmaler 17-jähriger, der springend und hüpfend direkt in den Herzen der Teenager landet - und nicht nur in deren Herzen. Von Dieter Bohlen in der Castingshow Deutschland sucht den Superstar hoch gelobt, vom Publikum kurz vor dem Finale in der sechsten Mottoshow im März dieses Jahres hinausgewählt, versetzt er mit seinem Sommerhit "Checker der Vollstrecker" die Masse in Ekstase. Selbst eine Stunde nach seinem Auftritt reißt die Schlange der Autogrammjäger nicht ab.

Julia Hensler und Celina Gryczan sind happy, sie halten eine seiner Karten in den Händen. "Das rahme ich ein und hänge es über mein Bett auf", sagt Celina. "Der macht coole Musik und ist total süß", schwärmt Julia. Lange hätten sie heute warten müssen. Erst auf ihn, dann auf das Autogramm. Aber egal: "Einfach total krass, das Checker hier in Wittenberge ist."

Das ist nicht nur krass. Damit ist der ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Stadt- und Hafenfest als Organisator ein echter Clou gelungen. Statt sich für einen Schlagersänger zu entscheiden, dessen Glanz längst verblasst ist, haben sie im Rahmen ihres Budgets einen deutschlandweit aktuellen Star in die Stadt geholt. Zwar lässt sich über dessen Gesangstalent streiten, über seine Halbwertzeit als Star spekulieren, doch egal: Checker hat die Massen in Stimmung versetzt und das 20. Stadt- und Hafenfest zu einem Fest für alle Generationen werden lassen.

Da an diesem Wochenende zugleich die 20-jährige Städtepartnerschaft mit Elmshorn gefeiert wurde, erhielt das Fest eine europäische Note. Denn gekommen waren nicht nur Freunde aus Elmshorn, sondern auch aus den Partnerstädten Razgrad in Bulgarien und Châlons in Frankreich.

Châlons Bürgermeister Bruno Bourg-Broc sprach unmittelbar vor der gestrigen Abfahrt von "einer klugen Idee" beide Jubiläen miteinander zu verbinden. Partnerschaft dürfe nicht nur auf offizieller Ebene stattfinden, sondern müsse von den Menschen gelebt werden. Das Wochenende habe dazu beigetragen, er selbst habe persönliche Kontakte knüpfen können. "Dies sind die kleinen Steine, auf denen wir Europa bauen, denn es ist das Europa der Menschen", sagte Bruno Bourg-Broc.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen