Chancen rechtzeitig und erfolgreich nutzen

Schülerinnen des Projektes in der Küche. sabrina panknin
Schülerinnen des Projektes in der Küche. sabrina panknin

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19. Juni 2010, 01:57 Uhr

Nordwestmecklenburg | Eigene Schwächen und Stärken erkennen, das ist eines der Ziele der "Berufsfrühorientierung (BFO)". Das Projekt startete jetzt im Landkreis Nordwestmecklenburg. Es ist ein gemeinsames Programm des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der RAA Mecklenburg-Vorpommern und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. "Der Vater der Idee ist Helmut Westkamp", sagt Landrätin Birgit Hesse. Helmut Westkamp ist stellv. Vorsitzender der Trägerversammlung der Arge NWM und Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin. Für Westkamp steht eines fest: "Wir müssen früher ansetzen und unseren Kindern zeigen, dass sie nach ihrem Schulabschluss eine Perspektive haben." Circa 10 Prozent der Mädchen und Jungen in Mecklenburg-Vorpommern verlassen die Schule ohne Abschluss. Mit dem Projekt will das Überbetriebliche Ausbildungszentrum (ÜAZ) gemeinsam mit dem Verein "Alte Schule e.V." sowie drei Schulen aus der Region den Jugendlichen ab der 7. Klasse einige Berufe näher bringen.

Das Projekt startete bereits am 1. Mai und und läuft bis zum 28. Februar 2011. Circa 190 Jugendliche nehmen daran teil. Während das Projekt läuft, können sich die Schüler im ÜAZ einmal pro Woche zwei Stunden in einem Berufsfeld ihrer Wahl ausprobieren und praktisch tätig werden.

Die 14-jährige Sara Podwitz von der Wasserturmschule in Grevesmühlen probiert sich als Köchin aus. "Ich finde es cool. Man lernt viele Sachen, die man auch für zu Hause gebrauchen kann", sagt die Schülerin. Neben der praktischen Arbeit darf aber auch nicht der Spaß fehlen. Aus diesem Grund lädt der Verein "Alte Schule e.V." im Rahmen des Projektes die Teilnehmer zu einem "Short Camp", einem so genannten Bildungscamp, ein. Während des Wochenendes sollen die Jugendlichen etwas über Ernährung, Sport und europäische Geschichte erfahren. "Wir werden aber auch versuchen, an eingefahrene Verhaltensweisen heranzugehen", sagt Christof Müller vom Verein "Alte Schule e.V." Beim ersten "Short Camp", das in Groß Thurow und Meetzen vom 25. bis zum 27. Juni stattfinden wird, wollen die Betreuer die teilnehmenden Jugendlichen in Gesprächen und bei Aktionen kennen lernen. Im zweiten Camp, das im Herbst stattfinden wird, will Christof Müller versuchen, die Schwächen der Jugendlichen aufzuarbeiten. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, dass die Jugendlichen weiterhin motiviert bleiben, sich eigenständig um ihre Zukunft und einen Schulabschluss zu bemühen. Der Landkreis investiert 3500 Euro in das Projekt. "Für uns als Landkreis ist es ganz wichtig, präventiv tätig zu werden", sagt Landrätin Birgit Hesse.

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