CDU-Kreispremiere mit Kanzlerin

Beim Bad in der Menge.
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Beim Bad in der Menge.

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22. Mai 2011, 04:56 Uhr

ludwigslust | Etwas war anders als an einem ganz normalen Sonnabendmorgen in Ludwigslust. An einem Brautpaar und an den Buden des Barockfestes vorbei rollten schwere Limousinen in Richtung Schlosspark. In der katholischen Kirche St. Helena/St. Andreas feierten Pfarrer Dr. Ludger Hölscher (römisch-katholisch) und Kirchenrat Dr. Matthias de Boor (evangelisch-lutherisch) eine ökumenische Andacht. Anlass war der 25. Landesparteitag der CDU und unter den Teilnehmern des Gottesdienstes waren auch Innenminister Lorenz Caffier sowie Justizministerin Uta Maria Kuder. Mit dabei auch der Landtagskandidat aus der Region, Maik Rudolph.

Pastor de Boor legte Worte des Propheten Micha aus: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." "Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe…" sang kraftvoll die kleine Gottesdienstgemeinde.

Dann begann der Parteitags-Alltag in der Stadthalle. Gegen Mittag stieg die Erwartung. Gelingt die Premiere und die CDU-Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt wirklich nach Ludwigslust? Das Terrain um den Tagungsort glich Minute um Minute mehr einer Festung. Polizisten hatten das Gelände vor der Halle abgesperrt. Akkreditierte Journalisten mussten sich Kontrollen ihrer Fotoausrüstung unterziehen. Beamte mit Hunden waren vor Ort. Ein kleines Häufchen Atomkraftgegner hatte sich vor der Stadthalle postiert und wurde von Polizisten im Dialog auf Distanz gehalten. Auch ein kleines Häufchen von Delegierten des Kreisparteitages der Linken, der gleichzeitig in der Mensa der Berufsschule tagte, war gekommen und schwenkte seine Parteifahnen. Pressesprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust nickte: Alles in Ordnung!

Was viele Parteitagsteilnehmer nicht wussten: Gegen 12.40 Uhr war der Jet mit der Kanzlerin auf dem Flughafen Parchim gelandet. Angela Merkel war aus München gekommen, wo sie an einer CSU-Klausurtagung im Kloster Andechs teil genommen hatte. Während vor und in der Stadthalle die Spannung stieg, rollte der kleine Konvoi zweier schwerer Audi-Limousinen mit Polizeibegleitung in Richtung Ludwigslust.

Und dann war sie da. Alles ging plötzlich ganz schnell: Die Atomkraftgegner hatten kaum Zeit, ihr Pfeifkonzert und ihre "Abschalten"-Rufe zu skandieren, da war die Kanzlerin! Nach einer kurzen Stippvisite mit Ministerpräsident-Kandidat Lorenz Caffier in dessen Wahlkampfbus Mercedes Cito, der mit Hybridtechnik betrieben wird, ging es hinein in die Stadthalle, wo die Kanzlerin eine gut einstündige Rede hielt. Da zeigte es sich, dass sie die Proteste der Atomkraftgegner sehr wohl registriert hatte, denn sie nahm darauf Bezug und nannte Fuku shima als Anlass, für sich das Thema Restrisiko neu zu bewerten.

Die CDU-Kreisvorsitzende Maika Friemann-Jennert war nach dem Kanzlerinnen-Besuch einfach glücklich. Sieht sie ihren Kreisverband nach dem Besuch gestärkt? "Wir haben dadurch große Aufmerksamkeit bekommen, alles hat gestimmt, viele Journalisten waren da, es war prima", schwärmte sie. "Und dann hat die Junge Union beim Boizenburger Drachenbootfest auch noch die zwei ersten Plätze belegt, besser geht es nicht", war Friemann-Jennert begeistert. Sie überreichte der Kanzlerin als Gastgeschenk einen Korb mit gesunden Produkten aus dem Obstbau Stralendorf.

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