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Lokales

18. November 2017 | 18:42 Uhr

Castoren nach Lubmin: Heißer Herbst erwartet

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 10:19 Uhr

Greifswald | Im Herbst wird erstmals hochradioaktiver Atommüll aus westlichen Bundesländern nach Lubmin zur Zwischenlagerung transportiert. Das Schweriner Innenministerium bestätigte gestern gegenüber unserer Redaktion, dass das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Transport von vier Behältern zum Zwischenlager Nord der EWN Energiewerke genehmigt hat.

Die Behälter enthalten abgebrannte Brennstäbe aus dem "Schnellen Brüter" in Karlsruhe und dem dortigen Kernforschungszentrum sowie Brennstäbe des Reaktorschiffs "Otto Hahn" aus dem Forschungszentrum Geesthacht. Die Brennstäbe befinden sich derzeit noch in Geesthacht. Die Genehmigung ist bis zum 31. Dezember 2010 befristet.

Das Innenministerium verwies darauf, dass die Brennstäbe aus Forschungsanlagen stammen. "Abgebrannte Brennelemente aus anderen deutschen Kernkraftwerken können nicht ins Zwischenlager Nord gebracht werden, da die Atommeiler zur standortnahen Zwischenlagerung Ihrer Kernbrennstoffe verpflichtet sind und hierzu eigene Standortlager vorzuhalten haben", sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Grüne und Linke im Land sind empört und kündigen Widerstand und Proteste an. "Dies ist ein Dammbruch, denn jetzt geht es bei Transporten durch unser Land und bei der Lagerung in Lubmin erstmals um hochradioaktiven Atommüll aus westdeutschen Atomanlagern", sagte Ulrike Berger, Landesvorstandsmitglied der Grünen. Zudem sei mit einem weiteren Transport von fünf Castor-Behältern aus Karlsruhe im Frühjahr 2011 zu rechnen. "Dabei ist Lubmin für die Lagerung von hochradioaktiven Abfällen völlig ungeeignet", kritisierte Berger . Mögliche Schäden an den Castor-Behältern können in Lubmin nicht behoben werden, da hier ein dafür geeigneter abgeriegelter Raum fehle, die sogenannte Heisse Zelle. Bislang wurde nur hochradioaktiver Atommüll aus DDR-Kernkraftwerken und schwach radioaktiver Schrott aus Karlsruhe in Lubmin gelagert.

Die Linksfraktion im Landtag befürchtet die schleichende Umwandlung des Zwischenlagers Lubmin zum Endlager und hat das Thema auf die Tagesordnung des Landtages gesetzt. "Damit wollen wir ein politisches Zeichen setzen", sagte Ex-Umweltminister Wolfgang Methling (Linke).

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