SPD fürchtet Ausbau des Zwischenlagers Lubmin : Castor-Protest vor Merkels Bürotür

Sicherheitscheck: Beamte der Bundespolizei patrouillieren gestern auf dem Werksgleis der Energiewerke Nord. dapd
Sicherheitscheck: Beamte der Bundespolizei patrouillieren gestern auf dem Werksgleis der Energiewerke Nord. dapd

Der Castor-Transport von Cadarache in Frankreich nach Lubmin in MV steht kurz bevor. Je nach Route wird der Zug am Mittwoch zwischen 11.00 und 17.00 Uhr die deutsche Grenze passieren und am Donnerstag in MV erwartet.

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13. Dezember 2010, 10:21 Uhr

Cadarache/Lubmin | Der Castor-Transport von Cadarache in Südfrankreich nach Lubmin in MV steht kurz bevor. Gestern sollen Lastwagen die hoch radioaktiven Castoren mit 2500 Brennstäben aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff "Otto Hahn" von Cadarache zum 30 Kilometer entfernten Güterbahnhof nach Aix-en-Provence gefahren haben. Der radioaktive Konvoi soll laut einem 25-seitigen internen Plan der französischen Staatsbahn SNCF heute um 20.25 Uhr Aix-en-Provence verlassen. Je nach Route wird der Zug dann am Mittwoch zwischen 11.00 und 17.00 Uhr die deutsche Grenze passieren und am Donnerstag in MV erwartet.

Indes gingen die Proteste gegen den nuklearen Müll weiter. 40 Atomkraft-Gegner haben gestern vor dem Stralsunder Wahlkreisbüro von Kanzlerin Merkel (CDU) gegen die Atompolitik des Bundes demonstriert. Sie rollten symbolische Atomfässer durch die Stralsunder Innenstadt und forderten die Bundesregierung zum Atomausstieg auf.

Indes sieht der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, die Gefahr, dass das Atommüll-Zwischenlager Lubmin erweitert wird. Der Bund wisse derzeit nicht, wo er Brennelemente aus dem stillgelegten DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf lagern soll, sagte er gestern in Schwerin. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte den Transport nach Russland untersagt, weil das dortige Atomkombinat Majak Sicherheitslücken habe. Für weitere 951 Brennelemente sei im Zwischenlager Nord jedoch kein Platz mehr, so Nieszery. Zusätzlichen Lagerplatz brauche auch die Energiebranche, weil die Laufzeit der Atomkraftwerke von der CDU und FPD verlängert worden sei. Nicht auszuschließen sei zudem, dass die bis 2039 befristete Genehmigung für das Zwischenlager verlängert werden könnte. Der CDU-Fraktionschef Harry Glawe sagte hingegen, ein "erweitertes Zwischenlager" stehe nicht zur Debatte. Mit der Diskussion darüber solle nur die Bevölkerung verunsichert werden.

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