Camper lassen auf sich warten

Auf knapp 30 Quadratmetern in ihrem Wohnwagen  hat Karin Wilk gemeinsam mit ihrem Mann  alles untergebracht, was sie brauchen. Die Dauercamper sind eine sichere Bank für den Zeltplatz in Leisten: Seit 1980 kommen die beiden jedes Jahr hierher.
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Auf knapp 30 Quadratmetern in ihrem Wohnwagen hat Karin Wilk gemeinsam mit ihrem Mann alles untergebracht, was sie brauchen. Die Dauercamper sind eine sichere Bank für den Zeltplatz in Leisten: Seit 1980 kommen die beiden jedes Jahr hierher.

Die Feriensaison hat in vielen Ländern bereits begonnen. Doch auf dem Zeltplatz in Leisten ist der übliche Besucherandrang bislang ausgeblieben. Während die Besitzerin auf mehr Gäste ab der kommenden Woche hofft, genießen die Dauercamper noch die Ruhe.

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13. Juli 2009, 12:37 Uhr

Leisten | Zu Beginn der Feriensaison ist Monika Prather, Inhaberin des Zeltplatzes in Leisten, bestens vorbereitet: Zeitungen, Lebensmittel und Propangasflaschen in ihrem Kiosk sind sortiert, der Spielplatz ist auf Vordermann gebracht, die Brötchen liegen täglich frisch zum Verkauf. Doch bislang lässt der Großteil der Urlauber noch auf sich warten. Selbst die sonst so zuverlässigen Sachsen scheinen in diesem Jahr ihre freien Tage lieber zu Hause oder anderswo zu verbringen. "Ich rechne aber damit, dass es in der kommenden Woche losgeht. Dann fangen in Berlin und Brandenburg die Ferien an", sagt sie.

"Wenn das Geld fehlt, wird am Urlaub gespart"Warum der Besucheransturm bislang ausblieb, kann die Zeltplatz-Besitzerin nur vermuten: "Möglicherweise fehlt es den Leuten an Geld. Da wird natürlich am Urlaub gespart", sagt sie. Diese Vermutung haben Karin und Bernd Wilk. Als Dauercamper beobachten sie seit Jahren das Geschehen auf dem Leistener Zeltplatz. "Bislang ist noch nicht viel los, aber der Sommer ist ja noch lang", sagt Karin Wilk optimistisch.

Für die Parchimer kommt es nicht in Frage, auf den Camping-Urlaub zu verzichten. Seit 1980 sind sie jedes Jahr gemeinsam hier - immer am selben Platz, 50 Meter vom Ufer des Plauer Sees. "Die Ruhe, die man hier genießt, ist durch nichts aufzuwiegen", sagt Karin Wilk. Von April bis Oktober verbringen sie nicht nur ihre vier Wochen Jahresurlaub hier in ihrem Wohnwagen, sondern auch jedes freie Wochenende.

Clogs und warme Jacke statt Pumps und RockIm näheren Umkreis stehen weitere Wohnwagen - Freunde aus Nauen, Güstrow und Dresden. Die Dauercamper eine sichere Einnahmequelle für den Zeltplatz. "Wir wollen nirgendwo anders hin. Das geht allen hier so", sagt Karin Wilk. Einmal hätten ihr Mann und sie es versucht und sind an die Ostsee gefahren. "Doch dann haben wir Leisten vermisst", sagt Bernd Wilk. Und auch Ferien zu Hause kommt für die Dauercamper nicht in Frage: "Dann würden wir ja hier etwas verpassen", sagt die Grundschullehrerin.

Der Aufenthalt auf dem Zeltplatz ist kostengünstig. Anders als in ihrem Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche haben die Wilks hier auf knapp 30 Quadratmetern alles untergebracht, was sie brauchen: Bad, Gartenmöbel, Grill und die komplett ausgestattete Küche, die sie am Sonntag für den Kaninchenbraten brauchen.

Warten auf neue Gesichter auf dem ZeltplatzDie Ruhe inmitten der Natur, bevor der große Besucheransturm losgeht, genießen die Wilks besonders. Dennoch hoffen auch sie, dass in den nächsten Wochen noch mehr Durchreisende den Weg nach Leisten finden. "Für uns alte Hasen ist es schön zu sehen, wenn andere Urlauber hier ankommen, die nach wenigen Tagen genauso gut gelaunt und entspannt sind wie wir", sagt Karin Wilk.

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