Innenminister schickt mehr Beamte auf Usedom : Caffier offen für neue Grenzkontrolle

Noch vor wenigen Jahren Realität: Kontrollen am Grenzübergang Ahlbeck auf der Insel Usedom. Kommen sie wieder? Archiv
Noch vor wenigen Jahren Realität: Kontrollen am Grenzübergang Ahlbeck auf der Insel Usedom. Kommen sie wieder? Archiv

Im Nordosten des Landes gärt es schon länger - jetzt hat der Bürgermeister Kamminkes dem Ärger mit drastischen Worten Luft gemacht: "Die Polizei ist total überfordert." Immer wieder kommt es zu Einbrüchen.

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12. Mai 2011, 07:08 Uhr

Insel Usedom/Schwerin | Im Nordosten des Landes gärt es schon länger - jetzt hat der Bürgermeister Kamminkes auf Usedom, Uwe Hartmann (CDU), dem Ärger mit drastischen Worten Luft gemacht: "Die Polizei ist total überfordert." Immer wieder und vermehrt käme es in und um den Ort an der deutsch-polnischen Grenze zu Diebstählen und Einbrüchen, die Bürger fühlten sich nicht mehr sicher, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Auch in den großen Ferienorten auf der Insel, wie Heringsdorf und Zinnowitz, sind solche Töne zu hören. Hartmann hat deswegen alle Bürger aufgefordert, "selbst beim kleinsten Verdacht" die Polizei zu informieren.

Was offenbar gefruchtet hat. Gestern kündigte das Polizeipräsidium Neubrandenburg an, dass mehr Polizisten und erhöhte Präsenz die Insel wieder sicherer machen sollen. Hauptgrund sei eine seit Wochen andauernde Einbruch- und Diebstahlserie. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) werde zusammen mit der Polizei das Konzept am 23. Mai in Heringsdorf vorstellen. Details nannte das Polizeipräsidium noch nicht. Für andere Gebiete entlang der Grenze seien zusätzliche Maßnahmen derzeit nicht geplant, sagte eine Sprecherin.

"Früher war dort ein Beamter für uns zuständig"

Dabei würde sich beispielsweise der Penkuner Bürgermeister Bernd Netzel (FDP) freuen, wenn es in der Kleinstadt wieder eine Polizeistation gäbe: "Früher war dort ein Beamter für uns zuständig - jetzt ist er es für den gesamten Amtsbereich", sagte er. Insgesamt schätze er aber die Lage nicht so dramatisch ein wie auf Usedom. Auch die Ueckermünder Bürgermeisterin Heidi Michaelis (Linke) sieht keine drastische Zunahme - sowohl bei der Zahl der Beschwerden als auch der der Straftaten. Die aktuelle Kriminalitätsstatistik der Inspektion Anklam listet lediglich Zahlen für die jeweiligen Kreise auf - nicht aber für die grenznahen Gemeinden im einzelnen. Demnach sank beispielsweise die Zahl der Diebstahlshandlungen im Landkreis Ostvorpommern - zu der die Insel gehört - von 3579 im Jahr 2008 auf 3221 im Jahr 2009 und dann auf 3047 im vergangenen Jahr. Im Landkreis Uecker-Randow stieg hingegen die Zahl von 1813 im Jahr 2009 auf 2102 im vergangenen Jahr.

In der jetzt europaweit aufgeflammten Debatte schließt unterdessen Caffier die Wiederaufnahme von Grenzkontrollen nicht aus. "Sollte sich die Frage nach zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen stellen, ist dies zunächst innerhalb aller betroffenen Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes zu erörtern", sagte er gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein Alleingang einzelner Bundesländer würde die Prob leme nur verschieben, hieß es. Die gestern und heute in Rostock tagende Konferenz der CDU-Innenminister der Länder und des Bundes werde sich dazu verständigen.

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