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Ab sofort sind die kleinen Motorradschilder erlaubt : Bye, bye ungeliebte "Kuchenbleche"

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Angekündigt war es seit einigen Wochen, seit Freitag ist die neue Regelung für die Motorradkennzeichen gültig. Das bedeutet, ab sofort können Motorradfahrer auf die schmalen Schilder zugreifen.

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2011 | 08:46 Uhr

Hagenow/Schwerin | Angekündigt war es ja schon seit einigen Wochen, seit gestern ist die neue Regelung für die Motorradkennzeichen gültig. Das bedeutet, ab sofort kann jeder, der ein Motorrad zugelassen hat oder es zulassen will, auf die schmalen Schilder zugreifen. Für Uneingeweihte mag das ein völlig nebensächliches Problem sein, für die Biker geht es um eine wichtige Sache und um jeden Zentimeter. 18 heißt von nun an die bestimmende Zahl, denn das ist nun die minimal vorgeschriebene Breite der Schilder. Bisher waren es für Ludwigslust 23 oder 25 Zentimeter Breite, die gesetzlich Pflicht waren. Unter den Fahrern hießen diese klobigen Monster, die sich kaum jemand anschrauben mochte bald nur noch "Kuchenbleche". Die sind ab sofort nicht mehr vorgeschrieben. Möglich macht das die "erste Verordnung zur Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung" wie der zuständige Fachdienstleiter Günter Kremer gestern mitteilte. Kremer ist Chef der Zulassungsbehörde für den Landkreis Ludwigslust und die Landeshauptstadt Schwerin. Im Landkreis gibt es derzeit gut 5000 zugelassene Motorräder, in Schwerin sind es 2000.

Kleinere Schrift macht die Schilder noch filigraner

Entscheidend für die neuen Schilder ist nicht nur die Breite, sondern auch die neue Schrift, die angewandt wird. Nunmehr dürfen auch die Motorräder, die so genannte Mopedschrift tragen. Im Ergebnis wirkt das ganze Schild zierlicher, ohne seine Lesbarkeit zu verlieren.

Vorgeschrieben sind drei Zeilen, oben die Anfangsbuchstaben des Kennzeichens, darunter die folgenden Buchstaben und Zahlen. Wer eine Saisonzulassung hat, tut diese in der Zwischenzeile kund, die ansonsten den beiden Plaketten vorbehalten ist. Vorgeschrieben sind jetzt für die Neuzulassungen auch zwei Buchstaben. Kennzeichen mit nur einem Buchstaben sind nur noch für Importfahrzeuge zulässig. Wer aus alten Zeiten noch so ein als besonders schick geltendes Kennzeichen hat, sollte gut darauf acht geben, denn es gilt Bestandsschutz.

Den gibt es für die bisher überbreiten Bleche nicht. Wer will, kann seine Kuchentafel ab sofort umtauschen, der Landkreis nimmt dafür lediglich eine Bearbeitungsgebühr von 4,10 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die neu anzufertigen Schilder.

In Hagenow ist das z. B. die Sache der Firma Stieg. Michael Stieg, mit dem SVZ gestern sprach, hat sich auf die neuen Änderungen schon eingestellt und mit entsprechenden Schilder-Rohlingen eingedeckt. Das Kennzeichen für sein eigenes Motorrad hat er, siehe Foto, schon längst vorbereitet. Für die kommenden Tage wird mit vermehrten Nachfragen zur Umrüstung gerechnet. Einige Ungeduldige hatten schon in den ersten Januartagen bei der Behörde nachgefragt. Noch stärker war das Echo als sich auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer persönlich der Sache annahm und die kleinen Kennzeichen ankündigte.

In Ludwigslust und Hagenow hatte der Streit um die Kennzeichen vor Jahren schon einmal für erhebliche Aufregung und Unmut unter den Fahrern gesorgt, weil die Behörde besonders streng vorging, während andere Kreise im Land kulanter waren. Am Ende des Streites hatte sich Landrat Rolf Christiansen auf die Seite seines Behördenleiters gestellt. Dem war gestern auch die Erleichterung anzumerken, dass er endlich einmal gute Nachrichten für die Motorradfahrer anzubieten hatte.

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