Buttersäure im Briefkasten, Amtsgericht evakuiert

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13. November 2009, 08:36 Uhr

Hagenow | Auf das Hagenower Amtsgericht in der Augustenstraße ist gestern durch bisher Unbekannte ein Geruchs-Anschlag verübt worden. Der oder die Täter haben offenkundig Buttersäure in den an der Eingangstür befestigten Briefkasten des Amtsgebäudes gespritzt. Der sich schnell entwickelnde beißende Gestank nach Erbrochenem und ranziger Butter machte ein Arbeiten für die Angestellten unmöglich. Eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts stellte am Morgen bei Betreten des Gerichtsgebäudes gleich einen ätzenden Gestank fest, der das ganze Gebäude füllte. Eine 50-jährige Mitarbeiterin des Gerichtes hatte sich schlagartig unwohl gefühlt und wollte am Nachmittag ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Bereits kurze Zeit später wurde die Hagenower Feuerwehr zu dem Gebäude gerufen, die Wehr ordnete wenig später die vorsorgliche Evakuierung des Amtsgerichtes an. Diese war kurz nach 10 Uhr abgeschlossen. Verhandlungen im Gericht waren gestern nach Auskunft von Amtsgerichtsdirektor Dr. Reimer Groth nicht geplant. Lediglich ein Verfahren zu einer Zwangsversteigerungen sei gestoppt worden.

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) verurteilt den Angriff auf das Amtsgericht Hagenow gestern Nachmittag auf das Schärfste. Die Ministerin bezeichnete die Tat als einen "Angriff auf die unabhängige Justiz, den ich auf das Schärfste verurteile. Die Tat, bei der nach jetzigem Kenntnisstand glücklicherweise niemand verletzt wurde, macht die Mitarbeiter der Justiz und auch mich sehr betroffen. Ich hoffe, dass die Polizei möglichst rasch den oder die Täter ermitteln wird." Die Kriminalpolizei ermittelt indes wegen eines Angriffs mit einer unbekannten übel riechenden Substanz auf den öffentlichen Briefkasten des Amtsgerichtes. Noch hat die Polizei weder ein Motiv zur Tat bzw. Hinweise auf einen möglichen Tatverdächtigen. Reste der unbekannten Flüssigkeit wurden durch die Polizei gesichert und zur labortechnischen Auswertung an das Landeskriminalamt übergeben. Die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten. Das Kriminalkommissariat in Hagenow (Tel. 03883/ 6310) ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Außerdem sucht die Polizei noch mögliche Tatzeugen. Angesichts der Ausbreitung des ätzenden Gestanks geht die Polizei davon aus, dass die chemische Substanz in der Nacht zum gestrigen Donnerstag versprüht wurde.

Amtsgerichtsdirektor Groth erkärte gestern, dass bei dem Anschlag der Briefkasten leer war und somit auch keine Dokumente beschädigt wurden.

Polizei und Feuerwehr teilten am gestrigen Nachmittag mit, dass die Luftwerte im Gerichtsgebäude wieder normal sind. Somit kann der Dienst im Gebäude heute voraussichtlich wieder aufgenommen werden. Die Ermittler wollen nun klären, ob es sich tatsächlich um Buttersäure gehandelt hat. Der Geruch dieser Flüssigkeit kann von Menschen in kleinsten Konzentrationen wahr genommen werden.

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