zur Navigation springen

Bundeswehrverband: Keine Kürzungen bei der Marine

vom

Eine Reduzierung der Personalstärke bei der Marine im Rahmen der anstehenden Bundeswehrreform wäre nach Ansicht des Bundeswehrverbandes „absolut kontraproduktiv“. Dann würde bei den derzeit existierenden Aufgaben die Belastung für jeden Soldaten weiter steigen, sagte Uwe Sonntag, Vorsitzender Marine beim Bundeswehrverband, am Mittwoch in Rostock beim 10. Maritimen Sicherheitskolloquium. Derzeit gehe es eher darum, die Belastung der Soldaten zu reduzieren, da diese seit längerem im Grenzbereich des Möglichen arbeiteten. „Wir brauchen eine klare Analyse dessen, was wir in Zukunft machen sollen“, forderte Sonntag. Es würden rasche Entscheidungen benötigt, die knapp 15 000 Marinesoldaten bräuchten Gewissheit.

Ein weiterer Personalabbau würde nach den Worten des Chef des Marineamtes Rostock, Horst-Dieter Kolletschke, mit einer Aufgabenreduzierung einhergehen. „Diese Überlegungen laufen.“ Er halte es für erforderlich, dass zunächst aber sicherheitspolitische Rahmenbedingungen definiert werden. „Es fehlt uns (...) die politische Vorgabe, was will dieses Land eigentlich mit der Bundeswehr und mit der Marine in Zukunft noch erreichen. Das ist im Moment für mich nicht ganz so klar erkenntlich“, bedauerte Kolletschke.

Laut Vizeadmiral Lutz Feldt, Inspekteur der Marine von 2003 bis 2006, haben Verbündete schon vor Jahren bei den Reformbemühungen der Bundeswehr Probleme benannt. So richte sich die Auswahl der Standorte nicht nach den Notwendigkeiten der Streitkräfte, sondern nach lokalen und landespolitischen Gegebenheiten. Die Partner stellten sich die Frage, ob die Bundeswehr ihre internationalen Verpflichtungen erfüllen können. „Die Verbündeten erwarten, dass wir diese Verpflichtungen erfüllen“, betonte Feldt. Die Politik müsse erklären, warum die Marine weniger machen solle als zugesagt war.
Für den Bundeswehrverband ist die Beibehaltung der Wehrpflicht bei der Marine „eklatant wichtig“. Uwe Sonntag bezeichnete die Grundwehrzeit als Praktika, um Menschen für eine gewisse Zeit „ins Unternehmen“ zu holen, das sie dann kennenlernen könnten. Etwa 60 Prozent der Längerdienenden und Zeitsoldaten würden aus dem Kreis der Wehrpflichtigen gewonnen. Die Wehrpflicht sei auch aus gesellschaftspolitischer Sicht wichtig. Sonntag zitierte einen französischen General mit den Worten: „Seitdem wir die Wehrpflicht abgeschafft haben, wird unsere Armee immer dümmer.“

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) prüft derzeit Pläne zur Aussetzung der Wehrpflicht.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2010 | 03:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen