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Lokales

25. September 2017 | 04:26 Uhr

Bund steigt mit ins Rettungsboot

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erstellt am 06.Jun.2010 | 07:10 Uhr

Parchim | Die gewaltige Rettungsaktion für zwei Parchimer Perlen der Backsteingotik erhält eine neue Dimension: Unsere Stadtkirchen St. Georgen und St. Marien sind als Denkmale nationaler Bedeutung in das Förderprogramm des Bundes aufgenommen worden. Damit gehören St. Georgen und St. Marien jetzt im Bereich der Mecklenburgischen Landeskirche der gleichen Liga an wie das Doberaner Münster, die St. Marienkirche Rostock, die Gadebuscher Stadtkirche, die Dome in Güstrow und Schwerin, die Stiftskirche in Bützow oder St. Georgen in Wismar.

In der Kirchenkreisverwaltung Parchim steht man noch ganz unter dem Eindruck dieser Nachricht. "Jetzt können wir beide Kirchen innen und außen sanieren sowie restaurieren. Das wäre in diesem Umfang ohne das Förderprogramm nicht machbar gewesen", unterstreicht Landessuperintendent Dirk Sauermann. Sieben Jahre lang, erstmals 2010, wird das gewaltige Bauvorhaben zu jeweils einem Drittel von Mitteln des Bundes und des Landes und damit aus der öffentlichen Hand unterstützt. Das verbleibende Drittel von jährlich durchschnittlich 100 000 Euro pro Kirche muss mit Eigenanteilen der Kirchgemeinde bzw. Patronatsmitteln des Kirchenkreises bestritten werden. Damit sind die jeweiligen Kirchgemeinden eine enorme und vor allem langfristige Verpflichtung eingegangen. Eine hohe Verantwortung zu stemmen bereit ist aber auch der Kirchenkreis, der insgesamt 150 (!) Kirchen in seiner Obhut hat und über einen jährlichen Patronatsmittel-Etat von 560 000 Euro verfügt. Davon fließen bis einschließlich 2016 jedes Jahr jeweils 70 000 Euro an St. Marien und St. Georgen. Damit wolle man die Bedeutung des Ensembles als Zentren des kirchlichen Raumes und Stätten der Begegnung von Menschen aus der Region verdeutlichen.

Die Aufnahme in ein so bedeutendes Förderprogramm verleiht den beiden Baufördervereinen natürlich einen enormen Schub. Bedenkt man, dass die Personen, die heute den Mitgliederkern des St. Georgen- Fördervereins bilden, in den zurückliegenden gut zehn Jahren bereits die Sanierung der Frieseorgel und der Glockenanlage auf den Weg gebracht haben, ist deren Engagement ohnehin nicht in Geld aufzuwiegen. Mit ungeheurem Enthusiasmus hat sich auch der Bauförderverein der Schwesterkirche am Neuen Markt in die Arbeit gestürzt. Dieser wurde vor drei Jahren aus der Taufe gehoben, nachdem sich das ganze Ausmaß des Sanierungsbedarfes vor allem im Dachstuhl offenbarte.

Gerade jetzt erhofft sich Dr. Manfred Arndt, Vorsitzender des Fördervereins St. Georgenkirche, aber auch eine deutliche Signalwirkung für ganz Parchim. Schließlich gewinne Parchim mit zwei Denkmalen nationaler Bedeutung, die zugleich die ältesten und damit bedeutendsten Bauwerke der Stadt sind, erheblich an Ansehen und überregionale Ausstrahlung. Sie sind ein Pfund, mit dem sich in der touristischen Vermarktung der Eldestadt , zum Beispiel als Station auf der europäischen Route der Backsteingotik, noch besser wuchern lässt. In der Debatte um den künftigen Kreissitz seien diese Argumente bisher viel zu wenig zum Einsatz gebracht worden, bedauert Dr. Arndt. Werner Zierke vom Bauförderverein St. Marien empfindet das ähnlich und wünscht sich, dass es gelingt, noch mehr Parchimer ins (Fördervereins)Boot zu holen, die sich diesen Baudenkmalen verpflichtet fühlen. Die Gesamtbaukosten für die Instandsetzungen der Dachstühle, der Fassaden, der Gewölbe und der Fenster in ihren hohen schlanken Rippen sowie die Restaurierung der Ausmalungen im Inneren der beiden Kirchen beziffert Karsten Hub von der Bauabteilung der Kirchenkreisverwaltung mit 4,5 Millionen Euro: 2,6 Millionen Euro für St. Georgen, 1,9 Millionen Euro für St. Marien. Die Festlichkeiten zur Fertigstellung beider Kirchen würden in ein Jahr feiern, in dem das 500. Reformationsjubiläum gefeiert wird: 2017.

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