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Lokales

21. August 2017 | 23:41 Uhr

BUND kritisiert Buga-Ausgleich

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Schwerin | Für die Buga wird in Schwerin tatsächlich noch immer gebaggert und gepflanzt - allerdings geht es jetzt um Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur. In Zippendorf wurde ein Wellenschutz in den See gerammt, um das Anwachsen von neuem Schilf zu beschleunigen. Am Burgsee soll bald dasselbe passieren.

Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der die Ausgleichsmaßnahmen maßgeblich mit eingefordert hatte, gehen die Arbeiten allerdings nicht schnell genug. "Grundsätzlich kann man nicht zufrieden sein mit einer Situation, bei der Eingriffe in die Natur entgegen den gesetzlichen Vorschriften erst vier Jahre nach ihrem Entstehen ausgeglichen werden", sagt Arndt Müller, Referent für Naturschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. "Es zeigt symptomatisch, welchen Stellenwert Naturschutz in dieser Stadt genießt."

Zu 13 Ersatzmaßnahmen verpflichtete sich die Gartenschaugesellschaft im Planfeststellungsverfahren, erklärt Reinhard Henning, Technischer Leiter der Buga GmbH. Mit dem BUND wurde um den Erhalt eines Biotops im Burgsee sogar vor Gericht gestritten. 2006 hatten die Umweltschützer Klage gegen die Planer eingereicht, im November des gleichen Jahres kam es zu einem Kompromiss: Teile des Biotops blieben erhalten.

Insgesamt 350 000 Euro gibt die Buga GmbH für Ausgleichsmaßnamen aus, erläutert Henning. Zu dem Katalog gehört unter anderem das Anlegen von Teichen auf der Halbinsel Reppin mit einer Gesamtfläche von 1400 Quadratmetern. Kleingewässer mit angrenzenden Seggenwiesen sollen als Lebensraum für Amphibien, Libellen und Wasserpflanzen dienen. Buga-Ausgleichsteiche gibt es außerdem in Wittenförden, im Grünen Tal und in Alt Meteln. Die Aufforstung eines Waldstückes in Friedrichsthal ist noch geplant. Schilfpflanzungen auf Ziegelwerder, an der Ostseite Zippendorfs und im ehemaligen Waldbad sind mit dem Rammen des Wellenschutzes jetzt beendet.

Zufrieden ist der BUND mit diesen Maßnahmen nicht. "Das, was an Eingriffen und Ausgleich im Zusammenhang mit der Buga abgeliefert wurde, ist eines Naturschutzlandes unwürdig und ärgerlich", erklärt Müller. "Es erfolgte bisher keine Bilanzierung, welche Arten am Burgsee verschwunden sind. Eines der wichtigsten Ausgleichsziele war, das Brut areal der geschützten Kol ben ente dort aufzuwerten. Ob es dieser Art gelingt, regelmäßig zu einer Brut zu kommen, ist das wesentliche Kriterium für den Erfolg von Maßnahmen. Es ist die Aufgabe der Fachbehörden, die fachgerechte Ausführung von Ausgleichsmaßnahmen zu überwachen." Außerdem - so kritisiert der BUND - werde der Burgsee mehr und mehr als Veranstaltungsraum genutzt. Das sei in der Planungsphase anders vereinbart worden, sagt Müller.

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erstellt am 03.Aug.2010 | 07:23 Uhr

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