Bund gibt Baupläne für Autobahn 14 frei

svz.de von
27. Juli 2010, 08:18 Uhr

Schwerin | Projektfortschritt an der Leitplanke: Der Bund hat jetzt die Planungen für das 16 Kilometer lange Teilstück der umstrittenen Autobahn 14 zwischen dem Kreuz Schwerin und Ludwigslust-Süd bestätigt und den so genannten Gesehen-Vermerk erteilt. "Damit haben wir aus Berlin nun grünes Licht für unsere Planungen bekommen", erklärte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD). Nun könne noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren starten, "so dass der Bau im Jahr 2012 beginnen kann, wenn alles glatt geht." Nach Ende des etwa einjährigen Verfahrens sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Den Planungen zufolge kann ab 2015 der Verkehr auf dem gleichzeitig als Ortsumfahrung von Ludwigslust dienenden Teilstück rollen. Im Anschluss solle der Bau des elf Kilometer langen Abschnittes bis zur Landesgrenze Brandenburg erfolgen, teilte das Verkehrsministerium mit.

Bereits für das jetzt in Angriff genommene Teilstück war ursprünglich für 2010 der Baubeginn geplant. Jetzt droht weiterer Verzug. Gegen die A 14 sind inzwischen Klagen des BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht anhängig. Bislang konzentrieren sich die Umweltschützer zwar auf das Bauprojekt in Sachsen-Anhalt. Die Naturschutzbelange seien zu wenig berücksichtigt worden, sagte BUND-Autobahnexperte Oliver Wenden kampf gestern. "Unsere Chancen stehen gut." Insgesamt würden 41 Schutzgebiete durchquert. Mit der Klage solle die Autobahn schon vor der Nordverlängerung verhindert werden, sagte Arndt Müller vom BUND in MV. "Wir hoffen, dass das Projekt gekippt wird." In Mecklenburg-Vorpommern beeinflusse die Trasse 13 europäische und acht nationale Schutzgebiete. "Mit dem Planfeststellungsverfahren werden die dramatischen Folgen noch offensichtlicher werden", meinte Arndt und schloss eine weitere Klage nicht aus.

Bisherigen, mehrmals veränderten Planungen zufolge sollen von den 14 A-14-Teilabschnitten der insgesamt 155 Kilometer langen und 1,3 Milliarden Euro teuren Nord-Süd-Trasse nach Magdeburg bis 2015 bereits neun fertiggestellt sein, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage u. a. des SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker hervor. Mit dabei: die Abschnitte Ludwigslust-Süd - Kreuz Schwerin, Landesgrenze Sachsen-Anhalt - Wittenberge und Wittenberge - Karstädt. "Reines Wunschdenken", kommentierte BUND-Mann Wenden kampf den Zeitplan. Für das mecklenburgische Teilstück müssen allein 20 Brücken errichtet werden. Gebaut werden sie nach Entwürfen des Rostocker Architektenbüros André Keipke und des Mecklenburgischen Ingenieurbüros für Verkehrsbau aus Schwerin, entschied ein Preisgericht gestern.

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