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Lokales

15. Dezember 2017 | 20:39 Uhr

Bulldogge beißt Mädchen in den Kopf

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2010 | 01:10 Uhr

Warin | Am seidenen Faden hing das Leben der siebenjährigen Michelle aus Warin, dann kam gestern die Entwarnung: Das Mädchen ist außer Lebensgefahr. Am Abend zuvor hatte eine Amerikanische Bulldogge die Siebenjährige angegriffen. Als Michelle mit einem Schäferhund der Familie von der Kleingartenanlage "Schre-bereck" aus spazieren gehen wollte, kam plötzlich die Bulldogge angeschossen und riss das Mädchen zu Boden. "Der Hund hatte sich an der Kopfhaut festgebissen", erklärt Polizeisprecher Niels Borgmann. Mit schweren Verletzungen musste das Mädchen in die Rostocker Uni-Klinik geflogen werden, wo sie operiert wurde.


Die Polizei ermittelt jetzt gegen den 51-jährigen Stiefvater von Michelle wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen die Hundehalterverordnung. Der Mann ist Halter der Bulldogge auf dem Grundstück seines Vaters. Nach Polizeiangaben habe er den gefährlichen Hund aus dem Zwinger gelassen und nicht unter Kontrolle bekommen. Der Stiefvater räumt selbst ein: "Ich habe zwei Minuten nicht aufgepasst."

In der Wariner Gartenanlage löste der Vorfall tiefe Bestürzung aus. "Ich kenne das Mädchen selbst", sagte gestern Mario Gustke, Vorsitzender des Kleingartenvereins. Hundehaltung sei in einem Teil der Anlage erlaubt; er selbst halte Golden Retriever: "Familienhunde", so Gustke.

Züchter: "Das ist kein Kampfhund"

Der Attacken-Hund, ein siebenjähriger Rüde, kam nach dem Vorfall ins Tierheim nach Dorf Mecklenburg. Heute soll ein Gutachter einen Wesenstest mit ihm machen. Dann werde entschieden, ob das Tier womöglich getötet wird. Die Bulldogge sei vorher nicht negativ aufgefallen, ist von verschiedenen Seiten zu hören. "Amerikanische Bulldoggen sind keine Kampfhunde", erklärt der Bützower Züchter Torsten Machart. Die Tiere tauchten in keiner Liste gefährlicher Hunde auf.

Beiß-Attacken sind keine Seltenheit im Land. Im vergangenen Jahr habe es in Westmecklenburg 77 Anzeigen wegen Körperverletzung durch Hunde gegeben, so Polizeisprecher Niels Borgmann. Unter den 77 Verletzten seien 15 Kinder gewesen.

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