Bützow : Zwölf Minuten Lichterglanz

Startvorbereitung: Stefan Grün bereitet eine der Startboxen mit der Feuerwerksladung vor.
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Startvorbereitung: Stefan Grün bereitet eine der Startboxen mit der Feuerwerksladung vor.

Pyrotechniker Daniel Lau aus Schwerin und Stefan Grün aus Rostock sorgen in diesem Jahr für das Feuerwerk beim Stadtfest

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29. August 2016, 05:00 Uhr

Nach einem Jahr Pause gab es am Freitagabend wieder ein Feuerwerk zum Auftakt der Bützower Gänsemarkttage. Während auf der Festbühne auf dem Schlossplatz die 22. Auflage des Stadtfestes offiziell eröffnet wurde, war auf der Wiese an der Wismarschen Straße höchste Konzentration gefragt. Daniel Lau aus Schwerin war mit seinem Assistenten Stefan Grün aus Rostock angereist, um das Höhenfeuerwerk in Position zu bringen.

Vor drei Jahren hat der 33-jährige Lau sein Hobby zum Beruf gemacht. „Feuerwerke, generell Feuer faszinieren sicherlich viele Jungen“, sagt Lau. Er habe schon früh angefangen, Feuerwerke in kleinem Rahmen zu veranstalten. Wer es aber, wie der Schweriner, zum Beruf machen will, der benötigt viel Ausdauer. „Jeder muss mindestens bei 26 Großveranstaltungen als Helfer mit dabei gewesen sein. Erst dann kann man sich zu einem Lehrgang anmelden“, schilderte Daniel Lau den Weg zum Pyrotechniker. Zwei bis drei Jahre würden da schon ins Land, bevor der einwöchige Kursus in Angriff genommen werden kann. Es gäbe eine Menge Sicherheitsvorschriften zu beachten. Schließlich solle nichts passieren. Weder dem Pyrotechnikern, noch den Zuschauern.

In Bützow war Daniel Lau zum ersten Mal. In Holzkisten und einem selbst zusammengebauten Holzgestell, sind die Abschussrohre installiert. Sie sind 75 bzw. 100 Millimeter im Durchmesser. Dort hinein kommt die „Munition“. Es sind kleine Kugeln, an deren Ende in einem Säckchen das Schwarzpulver verstaut ist. Die Feuerwerkskörper, die der Schweriner hier in Bützow einsetzte, brachten es auf eine Höhe von bis zu 140 Metern. Jede Kugel habe ihre ganz genaue Beschriftung. Die zeige an, ob es zum Beispiel Sterne oder grüne Laubblätter „regnen“ wird, ob es leichte oder schwere Böller sind. „Sie sind vorkonfiguriert“, erklärte Stefan Grün.

Die eigentliche Arbeit beginnt aber schon Tage vor dem Aufbau am Veranstaltungsort. „Am Computer erstelle ich das Programm“, erzählte Daniel Lau. Es gäbe auch Simulationsprogramme für den PC. Doch er arbeite damit nicht. „Ich baue auf meine Erfahrungen. Bei mir findet die Simulation im Kopf statt“, meinte der 33-Jährige. Alles andere sei dann eine Frage des exakten Aufbaus vor Ort. Und da gilt größte Vorsicht. Wenn die Ladungen angebracht werden, sollte beispielsweise kein Handy in der Nähe sein, wegen des elektrischen Zündmechanismus. Auch der Wind müsse beachtet werden. Mehr als zwei Stunden hatten Lau und Grün in Bützow gebraucht, um alles herzurichten. Nach zwölf Minuten Lichtglanz war das farbenfrohe Eröffnungsfeuerwerk Geschichte.

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