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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 20:46 Uhr

Bützow : Zwischen Liebe und Hass

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Miniaturtheater Kirchspiel führt am Freitag eine eigene Version der Tragödie „Judith“ auf

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 12:00 Uhr

1840 wurde das Stück „Judith“ erstmals aufgeführt. Es entsprang der Feder von Friedrich Hebbel. Die Tragödie in fünf Akten wird nun auch in der Warnowstadt aufgeführt. Allerdings in einer geänderten Version, die das Miniaturtheater Kirchspiel entwickelte. Normalerweise wird das Stück mit einem ganzen Ensemble aufgeführt, Kristina Handke schrieb es jedoch um und machte daraus ein Zwei-Personen-Stück. Am Freitag um 20 Uhr dürfen Interessierte auf die Version gespannt sein. Dann wird „Judith“ nämlich in der katholischen Kirche, Bahnhofstraße 34, präsentiert. „Alle sind herzlich willkommen“, sagt Handke.

Textgrundlage für die Bützower Version von „Judith“ ist das Werk von Hebbel. Er inszenierte die alttestamentarische Figur der Judith und ihren Kampf gegen den unbesiegbaren Feldherren Holofernes vor dem Hintergrund des Ringens um Liebe und Hass, Leben und Tod, Glück und Verderben für sich und ihr Volk. Während im Original fünf Akte vorgesehen sind, hat sich Kristin Handke beim Umschreiben auf die Liebesgeschichte zwischen Judith und Holofernes fokussiert – die eigentlich von Hass geprägt ist. Gespielt werden die beiden Protagonisten von den beiden Steinhagenern Susanne Clasen und Erik Pfotenhauer. Seit fünf Jahren sind die beiden im Miniaturtheater Kirchspiel. Und derzeit laufen die Proben auf Hochtouren. Denn allzu viel Zeit blieb nicht. Da beide Lehrer sind, wurden die Ferien genutzt, genau wie die Freizeit nach Feierabend, um die Texte einzustudieren. „Das ist aber keine Arbeit“, sagt Susanne Clasen. „Es macht Spaß und ist sinnvoll genutzte Zeit.“ „Auch der Lehrer will noch etwas lernen“, fügt Erik Pfotenhauer mit einem Lächeln an.

Wie bereits bei anderen Aufführungen auch, ist es laut Kristina Handke auch diesmal wieder das Ziel, religiöse und literarische Texte miteinander zu verbinden und die daraus entstandenen Eigenkreationen auf die Bühne zu bringen. Dabei macht das Miniaturtheater Kirchspiel aus der Not eine Tugend. Denn während das Stück in Berlin über fünf Stunden durch ein ganzes Ensemble aufgeführt wird, soll hier mit wenigen Mitteln eine große Wirkung erzielt werden. Laut den beiden Protagonisten liegt der Schwerpunkt auf dem Gewicht von Wort und Bild.

Etwa 30 Minuten wird das Stück dauern. Wenn Bedarf ist, kann Freitag anschließend gern über das Stück geredet werden. „Aber das entscheidet der Moment“, so Kristin Handke. Manch einer bevorzuge es, das Gesehene erst einmal sacken zu lassen.

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