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Bützower Zeitung

19. Oktober 2017 | 13:07 Uhr

20 Fragen : Zwei Olympiasiegerinnen trainiert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützows Kontaktbeamter Polizeihauptkommissar Uwe Wiencke ist ein Familienmensch

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2017 | 15:00 Uhr

Polizeihauptkommissar Uwe Wiencke ist in Bützow mittlerweile als Kontaktbeamter bekannt wie ein bunter Hund. Der Mensch dahinter allerdings weniger. Der gelernte Installateur für Gas und Wasser ist seit 1981 Polizist. „Damals wurden wir vom Betrieb delegiert. Ich hatte mich nicht beworben“, sagt der Dummerstorfer. Gleich am ersten Tag sicherte er einen Tatort mit zwei Toten, bis die Kripo anrückte. Abschrecken ließ er sich davon nicht, hatte ab 1989 verschiedene Führungspositionen inne und wechselte im Rahmen polizeilicher Umstrukturierungen im Dezember 2001 nach Bützow.

Der gebürtige Rostocker hatte sich als junger Mann dem Kanu-Sport verschrieben, wurde Kanurennsport-Trainer bei der Betriebssportgemeinschaft Schifffahrt/Hafen Rostock. Als Übungsleiter hatte er mit Ramona Portwich und Anke von Seck (damals noch Nothnagel) zwei Schülerinnen unter seinen Fittichen, die erfolgreich an Olympischen Spielen teilnahmen. Portwich und Nothnagel (nach Heirat von Seck) holten gemeinsam im Vierer-Kajak 1988 in Seoul Gold und 1992 Silber in Barcelona. Von Seck heimste insgesamt sogar drei olympische Goldmedaillen ein, Portwich war 13-mal Weltmeisterin. Wiencke trug mit dazu bei, dass die beiden Ausnahmesportlerinnen diese Erfolge erreichen konnten. Der Bützower Polizist (56) hat viel Interessantes erlebt und genauso vieles zu berichten. Redakteur Christian Jäger stellte ihm die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Überall, wo es schön ist. Das kann im Restaurant beim Brunchen sein, gern aber auch im Ausland. Ich sage immer, solange man noch laufen kann, muss man vieles sehen. Aber natürlich bin ich auch gern auf meinem Sessel in den eigenen vier Wänden.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Dummerstorf hatte immer ein schönes Osterfest im Stadtpark. Das war ein schöner Brauch und Treffpunkt zugleich. Es wurde allerdings verboten. Ich würde mich freuen, wenn es das wieder geben würde.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Während der Arbeitswoche bei der Arbeit. Ansonsten – wie gesagt – überall, wo es schön ist.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als 14-Jähriger beim Erdbeerenpflücken. Für einen kleinen Korb gab es 75 Pfennig, für einen großen 1,25 Mark.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe mir Hilfsmittel für die Schule gekauft. Ich hatte damals begriffen, dass es besser ist, für sich selbst zu sorgen. Selbstverdientes Geld schätzt man viel mehr.
Was würden Sie gerne können?
Ich hätte gern mehr Sprachbegabung. Viele sprechen fließend eine Fremdsprache. Ich kann noch Russisch aus der Schule, kann das auch noch prima lesen. Aber auf Mallorca beispielsweise möchte ich gern wissen, was die Leute über mich sagen.
Was stört Sie an anderen?
In erster Linie Missgunst. Das ist ganz schlimm. Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit, damit man sich vernünftiger unterhalten kann. Außerdem darf man sich selbst nicht so wichtig nehmen. Wir sind alle nur Menschen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Als ich neulich in die Redaktion der Bützower Zeitung kam und einen Witz mit schwarzem Humor erzählt habe. Was ist wichtiger, Glück oder Gesundheit? Nun, die Menschen auf der Titanic waren gesund, hatten aber kein Glück. Außerdem habe ich herzlich gelacht, als kürzlich meine vierjährige Enkeltochter zu mir kam und meinte, sie muss schnell ins Krankenhaus – weil sie einen Drops verschluckt hat.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Wir haben die Feiertage hinter uns... Kalorien ohne Ende. Ich habe es mir gut gehen lassen, da wir auch immer ein volles Haus hatten.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Meine Ehefrau. Wir sind mehr als 33 Jahre verheiratet. Sie hält mir den Rücken frei. Helden sind für mich aber ebenfalls alle Menschen, die das Leben lebenswerter machen: Kellner und Köche, unser Revierleiter, die Kollegen, die Reinigungskräfte und und und. Aber auch meine ehemaligen Kanu-Schüler, die bei Wind und Wetter mit dem Rad zum Training kamen. Das finde ich toll.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Mein Sparbuch. Und es nahm ein trauriges Ende. Ich lese aber auch gern Zeitschriften, Zeitungen und Politikjournale. Auch in Kochbüchern schlage ich nach, wenn ich mal nicht weiterweiß. In „Ich koche gerne“, ein DDR-Kochbuch, das ich 1983 zur Hochzeit bekam, schlage ich noch heute hin und wieder nach.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
„Neues aus Büttenwarder“ auf NDR. Ich schaue auch viel Nordmagazin, Nachrichten und Reportagen, Filme weniger. Ich will wissen, was passiert.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Das kommt ganz darauf an, wozu ich Lust und Zeit habe und was das Umfeld möchte. Es kann beides sein.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Meine damalige Sportgruppe, die ich von 1976 bis 80 trainiert habe. Ich würde gern wissen, was aus denen geworden ist. 1991 ist leider der Kontakt abgerissen.
Wenn Sie selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Deutsch esse ich am liebsten. Schulterschweinebraten, gefüllter Rippenbraten, Grützwurst...
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Der Goldene Pavillon“, das war die Hochzeitsmusik vor 33 Jahren. Dieses Lied hören wir noch heute gern.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Meine liebe Ehefrau ist ein Geschenk, die mir mit zwei Töchtern noch zwei weitere Geschenke gemacht hat, die mir wiederum drei Enkelkinder geschenkt haben. Wir haben ein tolles Verhältnis.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich habe es noch nicht auf die Südseite der Welt geschafft. Eine Kreuzfahrt um Kap Horn, das werde ich irgendwann mal machen.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Hauptsächlich meine Familie unterstützen. Es sind alle berufstätig, da ist oft ein „Fahrdienst“ gefragt. Außerdem werde ich machen, was mir Spaß macht. Und Kontakte pflegen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Ramona Portwich und Anke von Seck, mich interessierte, was aus ihnen geworden ist.

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