Bützower Niederlassung der Wismarer Werkstätten : Zwanzig Jahre mitten im Leben

Genießen den Beifall des Publikums: Mit rockigen Klängen und einer wilden Performance  begeistert die Doubles von 'The Kelly Family' Frauke Tinz, Steffen Pradatsch, Claudia Wiatrowksi und Maik Jasper (v.l.n.r.) Katja Grabowski (7)
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Genießen den Beifall des Publikums: Mit rockigen Klängen und einer wilden Performance begeistert die Doubles von "The Kelly Family" Frauke Tinz, Steffen Pradatsch, Claudia Wiatrowksi und Maik Jasper (v.l.n.r.) Katja Grabowski (7)

Gestern feierte die Zweigwerkstatt Bützow der Wismarer Werkstätten das 20-jährige Bestehen. Seit der Geburtsstunde bietet die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen Arbeits- sowie Ausbildungsplätze.

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07. September 2012, 10:54 Uhr

Bützow | "Wild, wild, wild" singen die drei Mädchen und vier Jungs in ihre selbst gebastelten Mikrofone aus Alufolie. Die Jungs hauen kräftig in die Saiten ihrer Pappgitarren, während sich die Mädels tänzerisch zu der wilden Musik bewegen. Sie treten als "The Kelly Family" auf. Tosenden Applaus gibt es vom Publikum für die wilde und rockige Performance. "Das war spitzenmäßig" ruft der Moderator Detlev Welz ins Mikrofon. Dem freiberuflichen Ergotherapeut sitzt das musikalische im Blut. Er arbeitet als Musiktherapeut in den Wismarer Werkstätten.

Gestern feierte die Zweigwerkstatt Bützow der Wismarer Werkstätten das 20-jährige Bestehen. Seit der Geburtsstunde bietet die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen Arbeits- sowie Ausbildungsplätze. Viele Angehörige, Mitarbeiter, Betreuer und zahlreiche Gäste strömten bei Sonnenschein in die Miniaturstadt. Dort erwartete sie ein tolles Bühnenprogramm mit vielen musikalischen und tänzerischen Höhepunkten. Mitarbeiterin der ersten Stunde ist Marianne Raebiger. Seit 20 Jahren ist sie im Bereich Hauswirtschaft tätig. 18 Jahre dabei ist die Güstrowerin Uta Kalski in der Töpferwerkstatt. Die ehemalige Bützowerin betreut dort die Mitarbeiter. "Ich habe mich vom erstem Tag an in die Arbeit mit den Menschen verliebt und bin es immer noch", sagt die gelernte Töpferin. Kalksi rief auch die Linedance-Gruppe "Crazy Dancer" ins Leben, mit denen sie auch an diesen Tag auftritt. "Das habt ihr so toll gemacht", lobt Uta Kalski und streichelt jedem Linedancer über die Wange. Die 48-jährige absolvierte im Jahr 2000 noch eine zusätzliche sonderpädagogische Ausbildung. "Jeder einzelne Tag während der gesamten Zeit, ist ein Schlüsselerlebnis", sagt Kalski. Im Hintergrund ertönt die Stimme von Detlev Welz durch das Mikro. Er ist am Verkaufsstand der Töpferwerkstatt und preist die Keramik an. Was rockig beginnt, hört auch rockig auf. Welz steht schon wieder auf der Bühne, kündigt die Band "Seeside" des Pommerschen Diakonievereins an. Das Besondere: Auch diese Bandmitglieder, sind fast ausschließlich Menschen mit Handicap.

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