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Vom Alltag in einem Polizeirevier : Zum Einsatz von Bützow nach Hamburg

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Bützower Zeitung warf einen Blick hinter die Kulissen: Ein Leben zwischen dem alltäglichen Streifendienst auf dem Lande und Sondereinsätzen in Großstädten

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erstellt am 11.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Heftiger Regen prasselt draußen vor dem Fenster des Bützower Polizeireviers, hängt wie ein grauer Vorhang über der Welt dort draußen. Drinnen dampft der Kaffee, den Polizeihauptkommissar Lars Abrutat hereinträgt. Schwarz mit Zucker.

Abrutat ist stellvertretender Revierleiter und präsentiert an diesem Tag die Wache. „Gearbeitet wird auf drei Etagen. Im Erdgeschoss, wo gerade Umbaumaßnahmen stattfinden, liegen die Büros der Schutzpolizei. Darüber sind die der Dienststellenleitung und der Kontaktbeamten. Ganz oben die der Kriminalpolizei“, erklärt Abrutat.

Einer der Kontaktbeamten ist für den Bereich Schwaan zuständig, einer für Bützow. Sie teilen sich ein Büro und sogar einen Schreibtisch. „Die Beamten sind für die Leute da, die Bedarf haben, die Polizei vor Ort zu treffen“, sagt Abrutat. Sie kennen Land und Leute, ermitteln Verkehrssünder und wissen auch um die „Spitzbuben“ aus ihrer Region, so Abrutat.

Mit den Funkgeräten rüsten sich die Bützower Polizisten zu Dienstbeginn aus.
Mit den Funkgeräten rüsten sich die Bützower Polizisten zu Dienstbeginn aus. Foto: Tore Degenkolbe
 

Rund vierzig Beamte arbeiten in drei Schichten á acht Stunden im Revier. Ihre Büros liegen Tür an Tür, sind aufgeräumt und weiß gestrichen. Für jedes Delikt gibt es einen anderen Bearbeitungsbogen. Die Berichte müssen anschließend am PC erfasst werden. Kein Ort, um Geschichten auszutauschen. Dazu dient der Aufenthaltsraum im Erdgeschoss. Ein großer Raum mit vergitterten Fenstern, einer Küche und einem Tisch mit Platz für zehn Personen. „Hier sollen die Kollegen auch mal zur Ruhe kommen“, so Abrutat. Gemeinsames Mittagessen ist aber Luxus. „Jederzeit könnte ein Einsatz reinkommen, dann bleibt das Essen stehen.“

Ruhe tut den Kollegen nach manchen Einsätzen gut, sagt Abrutat. Revierleiter Dirk Höhlein und er seien sich einig. Ihre Philosophie: „Die größtmögliche Mitarbeiterzufriedenheit gewährleisten. Die Leute sollen gerne zur Arbeit kommen.“

Diese Einstellung half Polizeiobermeisterin Kristina Toska, die gerade Frühschicht hat. Sie schreibt an einem Unfallbericht. Die Finger fliegen über die Tasten. Polizeialltag.

Zehn Fahrzeuge stehen den Beamten für Streifen und Einsatzfahrten zur Verfügung.
Zehn Fahrzeuge stehen den Beamten für Streifen und Einsatzfahrten zur Verfügung. Foto: Tore Degenkolbe
 

Ganz anders einige Tage zuvor. Sie war beim G20-Gipfel in Hamburg dabei. Fünf Tage Ausnahmezustand. Und das schlauchte sehr. „An machen Tagen hatte ich nur drei Stunden Schlaf“, erzählt die Polizistin. Auf den Einsatz in Hamburg konnte sie sich nicht groß vorbereiten. „Wir wurden zur Verkehrsregelung angefordert, aber der Schwarze Block hat die Straßensperren einfach ignoriert“, erzählt sie. Nach der Rückkehr nahm sie zwei Tage frei. Abschalten, das war einfach wichtig.

Da ist es in Bützow deutlich ruhiger. Das gefällt ihr, sagt Kristina Toska. Dennoch, der Dienst hier in der ländlichen Region bringe viel Abwechslung mit sich. „Regelmäßig müssen wir hier los“, sagt Toska. Verkehrsunfälle, ruhestörender Lärm, Verkehrskontrollen. Die Einsätze bleiben gleich, die Personen aber wechseln.

Als Polizistin kenne sie auch die negativen Seiten des Berufes. „Tote, Verletzte oder häusliche Gewalt – das gehört zum Arbeitsleben dazu – leider“, so Kristina Toska. Die Berufswahl hätte sie aber nie bereut, sagt sie. „Es ist halt aber nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen hier.“

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