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Bützow/Güstrow : Zu wenig Wohnungen im Landkreis Rostock

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bauland für potenzielle Investoren ist knapp bemessen.

Wohnung? Dringend gesucht! Zwar wurden im Jahr 2014 (die Statistik liegt seit kurzem vor) deutschlandweit so viele neue Wohnungen bezugsfertig wie seit zehn Jahren nicht, man könnte sagen angesichts des Flüchtlingszustroms 2015 zum Glück. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann natürlich längst nicht die Rede sein. Vor allem in den Ballungsräumen bleibt bezahlbarer Wohnraum Mangelware. 245  300 Wohnungen wurden deutschlandweit bezugsfertig, davon 4  549 in Mecklenburg-Vorpommern und davon wiederum 847 im Landkreis Rostock.

Zum vierten Mal in Folge erhöhten sich in Deutschland die Wohnungsbauzahlen, teilt das Statistische Bundesamt mit, knapp 30  500 oder 14 Prozent Wohnungen mehr als im Vorjahr. Hohe Zuwächse gab es bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 28 Prozent), gefolgt von den Zweifamilienhäusern (12 Prozent). Die Fertigstellung von Wohnungen in Einfamilienhäusern kletterte um 3 Prozent. Trotz dieses Trends ist man vom Boom Mitte der 90er-Jahre, als bundesweit noch mehr als 600  000 Wohnungen bezugsfertig wurden, weit entfernt.

Immerhin wurden im Landkreis Rostock 2014 unterm Strich 123 Wohnungen mehr bezugsfertig als 2013. Geht man ein weiteres Jahr zurück, registrierte die Statistik 792 neue Wohnungen. Nur zum Vergleich: Im deutschlandweiten Spitzenjahr 1995 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen hier bei 0, was wohl mit der DDR-Erbschaft zu tun hatte.

Aktuell ist die Zinslage zwar günstig für Bauherren, allerdings ist vielerorts das Bauland knapp. Bezeichnend dafür ist die Initiative der Güstrower Stadtvertretung, die eine systematische Bereitstellung von bebauungsfähigem Land im Stadtgebiet fordert. Es könnte besser laufen für die Investitionen in den Wohnungsbau. Auf der anderen Seite gibt es auch jene, die Glück hatten. So erfüllte sich im Jahr 2014 für 467 Bauherren im Landkreis der Traum vom Ein- oder Zweifamilienhaus. Damit wurden 22 Eigenheime mehr bezugsfertig als in den zwölf Monaten zuvor. In der Summe entfielen somit auf den Eigenheimbau 496 Wohnungen (59 Prozent).

Außer in Wohngebäuden entstehen noch in vielen Gewerbebauten Wohnungen oder sie gehen durch Umbau- und Sanierungsmaßen aus dem Bestand hervor beziehungsweise verloren. Unterm Strich wurden damit übers Jahr hinweg im Landkreis 847 Wohnungen bezugsfertig.

Um den Wohnungsbau anzukurbeln, ihn billiger zu machen und mittelfristig die Integration der anerkannten Asylbewerber in den Wohnungsmarkt zu schaffen, ist für Branchenkenner ein ganzes Bündel von Reformen nötig: mehr Bauland, mehr sozialen Wohnungsbau, mehr Nachverdichtung in den Städten, höhere Investitionszulagen für den Wohnungsbau oder angeblich auch etwas weniger strenge Auflagen für die Energieeffizienz.

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