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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 08:08 Uhr

Bützow : Zu wenig Grün für kleine Beine

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kurze Schaltphasen an der Fußgängerbedarfsampel an der Straße Am Forsthof. Kreis hat es getestet und für gut befunden

von
erstellt am 29.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Eine Gruppe von knapp 15 Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte der Lebenhilfe überquert die Straße Am Forsthof in Bützow. Natürlich nutzen sie dafür die Bedarfsampel in unmittelbrer Nähe der Warnow-Klinik. Doch obwohl die Erzieherinnen darauf drängen, dass keines der Kinder zurückbleibt, schafft es die Gruppe nicht komplett, noch während der Grün-Phase die Straße zu überqueren. „Die Grün-Phase ist wirklich sehr kurz“, sagt Gabriele Belosa, Leiterin der Kindertagesstätte. Auch wenn sie mit der Läufergruppe unterwegs sei, passiere es immer wieder, dass die Ampel schon auf Rot umspringt, auch wenn noch nicht alle die Straße überquert haben. Natürlich würden Autofahrer warten, bis auch das letzte Kind die Straße verlassen hat, dennoch bleibt ein wenig Ungewissheit.

Auch Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann (EB) hatte die Grün-Phasen-Regelung schon moniert. Als blinder Mensch ist er auf eine solche Bedarfsampel angewiesen, um die Straße queren zu können. „Ich bin ja noch relativ gut zu Fuß“, sagt der Bützower. Doch man müsse schon in die Hacken spucken. „Gerade Menschen, die körperlich eingeschränkt und sehr langssam unterwegs sind“, sagt er.

Mit den ganz persönlichen Einschätzungen der Bützower von SVZ konfrontiert, hat sich ein Mitarbeiter des Landkreises Rostock direkt vor Ort begeben. „Am 23. März wurden aufgrund der vorliegenden Hinweise die Schaltzeiten gemessen“, sagt Kreissprecher Michael Fengler. Die derzeitige Schaltung sei im Jahr 2012 eingeführt worden, um den Bedürfnissen von mobilitätseingeschränkten Menschen und der Kindertagesstätte gerecht zu werden. Schon damls seien die Schaltzeiten auf Wunsch der Betroffenen verlängert worden. Die aktuelle Messung habe ergeben, dass das Fußgänger-Grün demnach zwölf Sekunden leuchtet und danach weitere acht Sekunden vergehen, bis die Fahrzeugführer wieder Grün erhalten, sagt Fengler und weiter: „Für die sichere Querung stehen bei etwa sieben Metern Straßenbreite also gut 20 Sekunden zur Verfügung. Die Signalisierung für Blinde und Sehschwache funktioniert auf Anforderung.“

Die Ampelschaltung sei bereits mit Hilfe einer Ausnahmeregelung nach dem neuesten Stand der Technik programmiert. Sie lege eine Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde für diejenigen zu Grunde, die als Fußgänger, Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer auch langsam die Straße queren. Das entspreche den Verkehrsbedürfnissen auf der Straße und dem Gehweg bei der derzeitigen Verkehrsbelastung, so der Kreissprecher.



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