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Bützower Zeitung

11. Dezember 2017 | 04:56 Uhr

Zu viele Autos in Bützows Langestraße

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2010 | 07:55 Uhr

Bützow | Braucht Bützow eine Umgehungsstraße? Das Landesamt für Natur, Umwelt und Geologie (Lung) in Güstrow hat bei einer Messung Anfang Mai an Bützows Straßen ein hohes Verkehrsaufkommen festgestellt. "Täglich fahren bis zu 12 000 Kraftfahrzeuge durch Bützow", sagt ein Mitarbeiter des Lung. Gemessen wurde an zwei verschiedenen Bereichen. Zum Einen in der Bahnhofstraße/Langestraße zwischen Schlachthof und der alten Post. Hier registrierten die Lung-Mitarbeiter durchschnittlich 10 000 Fahrzeuge am Tag. Im zweiten Mess-Abschnitt - an der Langestraße zwischen Jungfern- und Schloßstraße - wurden sogar noch 2000 Fahrzeuge mehr gezählt. "Der Anteil von Schwerlastfahrzeugen beträgt dabei 6,2 Prozent", erklärt der Lung-Mitarbeiter weiter. Vier Tage wurden die Verkehrsteilnehmer gezählt.

Ergebnis der Untersuchung: Es seien mehr Fahrzeuge, die täglich durch Bützow rollen, als noch vor einigen Jahren. Die Stadt müsse auf die Einhaltung der Umgebungslärmrichtlinie der EU achten und künftig einen Lärmaktionsplan aufstellen. Denn die Richtwerte werden überschritten. Ab 8000 Fahrzeugen innerorts werde es brenzlig. Wie sehr der Durchgangsverkehr Gebäuden und Menschen tatsächlich schade, könne erst nach der umfassenden Lärmkartierung, die derzeit erfolgt, festgestellt werden, sagt der Lung-Mitarbeiter.

Ronald Normann, Dezernent beim Straßenbauamt Güstrow, sieht dennoch keinen Anlass, eine Umgehungsstraße zu bauen. "Die Leute, die aus den umliegenden Orten in die Stadt wollen, benutzen trotzdem die Langestraße", sagt Normann. Um einen relevanten Durchschnittswert zu erhalten, müsse in seinen Augen auch eine ganz andere Berechnungsmethode angewandt werden. Es müsste der Verkehr über einen viel längeren Zeitraum gezählt und der Wert anders berechnet werden, sagt er. Zudem spreche noch ein weiteres Argument gegen eine Umgehungsstraße. "Die Langestraße ist eine Landesstraße, die den Zweck hat, den Verkehr aufzunehmen und ihn aus den Wohngebieten rauszuziehen", sagt Normann. So gebe es im Landkreis ganz andere Straßen, auf denen wesentlich mehr Autos und Lkw fahren, wie beispielsweise in Admannshagen. Den Ort durchqueren auf der Landesstraße bis zu 25 000 Autos täglich, fügt er hinzu. Und das sei noch vergleichsweise gering. "Auf Bundesstraßen im Ruhrgebiet fahren nahezu 100 000 Autos täglich", sagt Norman. Im Gegensatz dazu sei die Zahl der Fahrzeuge auf den Landesstraßen rund um Bützow verschwindend gering. Laut Normann fahren auf der L 14 von Groß Schwiesow nach Bützow und umgekehrt täglich 4200 Fahrzeuge. Auf der L 11 von Tarnow nach Bützow sind es noch weniger Pkw: 2700 Autos überqueren täglich diesen Asphalt; von Kröpelin nach Bützow sind es 3500 Fahrzeuge.

In Normanns Augen können die vielen Autos auch die Gebäude nicht beschädigen. "Es hat einen grundhaften Ausbau gegeben", sagt Normann. Doch er gibt er zu: Die Geräuschkulisse ist im Bereich Schloßstraße auf Pflaster allemal lauter als auf Asphalt. Entfernt würde das Pflaster nicht, da es unter Denkmalschutz stehe. Ohnehin ist geplant, den Verkehr künftig nicht mehr über dieses historische Pflaster zu führen. Derzeit wird dazu der Ausbau der Rühner Straße geplant (wir berichteten).

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