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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 18:40 Uhr

Schwaan : Zu schattig und zu laut

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bauausschuss beschäftigt sich mit Anträgen zur Errichtung von Windenergieanlagen auf Flächen, die dafür nicht ausgeschrieben sind

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Zwei Projektentwicklungsgesellschaften haben der Stadt Schwaan Anträge zur Errichtung von Windenergieanlagen für Forschungs- und Entwicklungszwecke vorgelegt. Mit dem Anliegen beschäftigt sich neben einigen weiteren Themen heute Abend der Bauausschuss. Er kommt ab 19 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses II zusammen. Dabei scheint das Vorhaben keine guten Aussichten zu haben.

Bereits in der Beschlussvorlage ist zu lesen, was die Stadt will. „Die Stadtvertretung der Stadt Schwaan spricht sich gegen Errichtung von Windenergieanlagen außerhalb der im Regionalen Raumentwicklungsprogramm ausgewiesenen Eignungsgebiete für Windenergienalagen aus“, heißt es. Hintergrund: Die Anlagen sollen in einem Gebiet errichtet werden, das nicht als Fläche für Windenergieanlagen ausgeschrieben ist. So plant die Firma „Zukunftsweisende Energien Projektgesellschaft“, neun Windenergieanlagen zwischen dem Ortsausgang und der Kreuzung Benitz/Bröbberow zu errichten. Zwei der Anlagen hätten einen Abstand von 1000 Meter zum Wohnraum. Zwei weitere befänden sich unmittelbar an der Warnow. Deswegen ließ die Stadt das Vorhaben prüfen und kam zu dem Ergebnis, dass die Anlagen dort nicht errichtet werden sollten. Die etwa 200 Meter hohen Anlagen würden „Beeinträchtigungen durch Schattenwurf und Rotorgeräusche haben“, heißt es. Zudem sei die Attraktivität des Wohnstandortes beeinträchtigt. Auch würden die Pläne zum Bodenordnungsverfahren durchkreuzt. Auch die verlockend hohe Pachtsumme von 278 400 Euro für die vier Standorte auf städtischem Grund kann die Nachteile nicht aufwiegen. „Die Summe wäre herrlich“, sagt Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer (UWS).

Einen weiteren Antrag reichte die Firma „Wind-projekt“ ein. Sie plant, zwei Windenergieanlagen für Forschungs- und Entwicklungszwecke zwischen Hof Tatschow und Klein Belitz. Die Fläche ist zirka zwei Kilometer von einem Gebiet entfernt, das als „Windeignungsgebiet“ ausgeschrieben ist. Die Prüfung ergab auch hier, dass Hof Tatschow Beeintächtigungen durch Schattenwurf und Rotorgeräusche zu erwarten hätte.

„Aus den aufgeführten Gründen sollte die Stadtvertretung sich gegen Windenergieanlagen außerhalb von Eignungsgebieten aussprechen (...)“, heißt es in der Beschlussvorlage. Und weiter: „Um die Forschung und Entwicklung von Windenergieanlagen zu unterstützen und gleichzeitig das Landschaftsbild nicht zusätzlich zu beeinträchtigen, sollte die Zustimmung der Stadt Schwaan nur für Windenergieanlagen erfolgen, die im Umfeld von vorhandenen Eignungsgebieten errichtet werden sollen bzw. den Ausschluss- und Abstandskriterien nicht widersprechen.“

Dies kann der Bauausschuss natürlich auch anders sehen. Er gibt am heutigen Abend seine Empfehlung ab. Die endgültige Abstimmung erfolgt dann durch die Stadtvertretern im März.

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