Groß Raden : Zu Ostern über die Warnowbrücke

Die Zimmerleute Renè Linke und Pit Dobenecker bei Arbeiten an der Warnowbrücke bei Görnow.
Die Zimmerleute Renè Linke und Pit Dobenecker bei Arbeiten an der Warnowbrücke bei Görnow.

Reparaturarbeiten an Holzkonstruktion im Warnowdurchbruchstal nähern sich dem Ende / 2019 soll es weitergehen

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20. März 2018, 16:00 Uhr

Dem Osterspaziergang durch das idyllische Große Warnowdurchbruchstal stehen wohl keine Hürden mehr im Wege. Denn bis dahin soll die beliebte Fußgängerbrücke bei Groß Raden wieder offen sein. Aufgrund von aufwändigen Reparaturarbeiten war sie die vergangenen Monate gesperrt. Nächstes Jahr geht die Reparatur weiter.

Die Zimmerleute Renè Linke und Pit Dobenecker von der Parchimer Firma Rogmann sind bei den finalen Arbeiten. Die vergangenen Monate waren schwierig durch den hohen Wasserstand. Die Firma hatte eine Brüstung aufgebaut, um am unteren Teil der Konstruktion arbeiten zu können. Die war zeitweise überflutet. Die tragenden Balken im Kernholz waren noch in einem guten Zustand, sagt Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim. Das Splintholz war dagegen erneuerungsbedürftig.

Die Reparatur der Brücke kostet die Stadt Sternberg: von 2017 bis 2019 jedes Jahr zwischen 30 000 und 35 000 Euro, ist von Armin Taubenheim zu erfahren. Ein Neubau, der sich allerdings nicht realisieren ließ, wäre für die Kommune wesentlich billiger gewesen.

Sternberg hatte ursprünglich geplant, die Fußgängerbrücke für rund 130 000 Euro neu zu bauen. Eine Förderung war in Aussicht gestellt. Die Stadt hätte für einen Eigenanteil von weniger als 40 000 Euro einen neue Brücke bekommen. Die Planung musste allerdings auf Forderung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg verändert werden. Ein Neubau sollte mit einem Stützelement weniger entstehen und eine Spannweite von zwölf Metern haben, damit Treibgut ungehindert fließt.

Eine weitere Konstruktion wurde entworfen mit Stahlträgern. Die Kosten für den Brückenbau und der Eigenanteil der Stadt hatten sich verdoppelt. Doch Statiker sahen Probleme bei der Gründung. Schweres Gerät wäre notwendig gewesen, um die Pfähle einzubringen. Diese Technik durfte aber nicht in das sensible Naturschutzgebiet, entschied die zuständige Behörde.

Um das Problem zu lösen, wurde wieder neu geplant: eine Brücke ohne Stützen im Flussbett. Die neue Lösung hätte allerdings 500 000 Euro gekostet. Die Stadt hat die Reißleine gezogen.

Letztlich blieb die einzige Möglichkeit, die Brücke zu reparieren. Mit einem bitteren Beigeschmack für Sternberg. Denn für Reparaturen gibt es keine Fördermittel. Außerdem darf die Kommune pro Jahr nur 30 Prozent der Brücke anfassen, erklärt der Bürgermeister.

So passiert etwas für Außenstehende kaum Nachvollziehbares. Die Brücke wird nicht in einem Zug in Ordnung gebracht, sondern in drei Jahresscheiben. Für 2017 hatte Sternberg den ersten Abschnitt auf dem Gelände der Gemeinde Warnow geplant, Anfang 2018 sollte sich gleich der zweite Abschnitt anschließen. Durch das Hochwasser verzögerten sich die Arbeiten. Da sich die Reparaturen auf dieses Jahr konzentrierten, musste sich die Stadt Sternberg sogar gegen einen angedrohten Baustopp zur Wehr setzten. Nach der Reparatur des Abschnitts auf Warnower Seite und des Mittelteils der Brücke stehen im kommenden Jahr noch die Arbeiten am dritten Teil auf Görnower Seite aus.

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