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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 03:13 Uhr

Bützow : Zeit für die Alleingelassenen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Warnow-Klinik möchte Menschen dazu anregen, ihre Freizeit ehrenamtlich als „Grüne Damen und Herren“ mit Pflegebedürftigen zu teilen

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Krankenpfleger haben einen belastenden und zeitintensiven Beruf. Da fehlt manchmal die Zeit für das Gespräch mit dem Patienten. Um sie zu entlasten, möchte die Warnow-Klinik in Kooperation mit dem Bilse-Instistut Güstrow das Projekt der „Grünen Damen und Herren“ ins Leben rufen (SVZ berichtete). Dazu wurde jetzt auf einer Veranstaltung informiert. Insgesamt 16 Interessierte kamen ins Krankenhaus, um sich von Imke Bräuer vom Bilse-Insitut und Koordinatorin des Projektes „Go Aktiv – Keiner ist allein“ sowie der Landesbeauftragten der „Grünen Damen und Herren“, Katrin Springer, aufklären zu lassen .

„Das starke Interesse hier ist großartig. So ein guter Zulauf zu Infoveranstaltungen ist nicht immer gegeben“, sagt Springer. Sie selbst sei seit 2006 eine Grüne Dame und weiß einiges zu erzählen.


Das Miteinander als Genesungshilfe


Im Vordergrund der Informationsveranstaltung standen die Aufgaben, die potenzielle „Grüne Damen und Herren“ erfüllen sollen. So dürfen sie weder hauptamtliche Tätigkeiten, noch pflegenden Aufgaben übernehmen. Die „Grünen Damen und Herren“ helfen den Patienten durch Vorlesen und Zuhören und betreuen gegebenenfalls die Angehörigen. „Das sind die Besucherdienste. Sie sind der Teil, der uns am meisten Freude bereitet, aber der gleichzeitig auch der schwerste ist“, sagt Springer. Kleinere Besorgungen vom Hauskiosk oder das Begleiten im Krankenhaus von Raum zu Raum sei zwar ebenfalls ein Aufgabengebiet der „Grünen Damen und Herren“, allerdings geht es vornehmlich um die soziale Komponente. „Wir tun dies aus reiner Nächstenliebe und das in dem uns gegebenen Rahmen“, sagt Springer. Denn schließlich sei gerade die Zwischenmenschlichkeit ein heilender Faktor.

So sieht es auch Michael Daniel. Gemeinsam mit seiner Frau Renate hat er sich bei dem Informationsvortrag eingefunden, da sie beide großes Interesse an dem Ehrenamt haben. „Ich selbst habe oft und lange im Krankenhaus gelegen. Zwar bekam ich immer regelmäßig Besuch, aber meine Zimmernachbarn hatten da oft weniger Glück“, berichtet Michael Daniel. „Wenn die Leute dann so einsam sind, dann knicken sie ein, sie hängen einfach durch.“ Er sei überzeugt, dass Gespräche und das Miteinander wesentlich für die rasche Genesung ist. Auch seine Ehefrau sieht das so: „Ich selbst habe auch schon Erfahrungen mit Krankenhausaufenthalten. Dann ist es schön, wenn jemand da ist und sich um einen kümmert – und wenn es nur ein nettes Gespräch ist.“ Zusammen mit ihrem Mann wolle sie nun das „Grüne Paar“ sein und anderen Menschen beistehen. „Wir verschenken gerne das wertvollste, das es gibt – Zeit“, sagen die Daniels.

Eine weitere Interessierte ist Dolores Neubauer. „Ich wollte mich unbedingt ehrenamtlich engagieren. Aber ich wollte auch das Richtige für mich finden“, sagt die Rentnerin. Eine Tätigkeit bei den „Grünen Damen und Herren“, sollten sich diese in Bützow gründen, ziehe sie daher in Betracht. „Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben, etwas Gutes tun“, so Dolores Neubauer.

Die positive Resonanz freut die Initiatoren sehr. Die Koordinatorin des „Go Aktiv“ Projektes Bräuer lobt: „Ich halte das Projekt für sehr sinnvoll. Wir sollten nie vergessen: Ehrenamt ist ein Geschenk.“

Gefördert wird das Programm des Bilse-Insituts vom Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung und dem Landkreis Rostock.

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