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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 10:21 Uhr

Schwaan : Zahl wilder Katzen reduzieren

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Schwaaner Tierschutzverein kämpft für Kastrationspflicht / Verwirrungspiel bei Stadt und Landkreis

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

In den fünf Häusern des Tierschutzvereins Schwaan herrscht dieser Tage Hochbetrieb. Insgesamt 20 neue Kätzchen müssen versorgt werden. Eines der beiden neuen Gebäude ist damit komplett in Beschlag genommen. „Wir sind schon tüchtig am Vermitteln“, sagt der Vereinsvorsitzende Manfred Poniatowski. Trotzdem werden es immer mehr Katzen, um die sich der Tierschutzverein kümmern muss. Schuld an dem starken Nachwuchs sind laut dem Tierschützer auch die freilaufenden Katzen von Privatbesitzern. Diese sind nicht immer kastriert und zeugen mit wildlebenden Katzen Nachwuchs. Eine Kastrationspflicht für alle Katzen aus Privathaushalten müsse her, meint Poniatowksi.

Eine entsprechende Verordnung wurde bereits 2015 von den Schwaaner Stadtvertretern abgesegnet. Sie verpflichtet Katzenbesitzer, die ihren Tieren ermöglichen, sich auch außerhalb der Wohnung aufzuhalten, die Tiere kastrieren und mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Es fehlt aber noch immer die entsprechende Genehmigung des Landkreises, so Poniatowski.

Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann bestätigt, dass die Prüfung der Verordnung noch immer in Arbeit ist. Das zuständige Amt – das Kreisordnungsamt, Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung – hat allerdings noch mit Unstimmigkeiten zu kämpfen.

Unklarheiten liegen laut Neumann darin, dass gleichzeitig mit der von der Stadt Schwaan eingereichten Verordnung auch eine entsprechende Landesverordnung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt erlassen wurde. „In dem Prüfungsprozess war zunächst offen, ob es einzelner kommunaler Verordnungen auf Grundlage des allgemeinen Ordnungsrechts überhaupt bedarf beziehungsweise diese zulässig sind“, so Neumann. Da bisher keine anderen Städte und Gemeinden im Landkreis Rostock eine derartige Verordnung vorlegten, konnte auf keine Erfahrung zurückgegriffen werden. Neumann erwartet aber einen zeitigen Abschluss des Genehmigungsverfahrens. Der Landkreis will aber vorher klären, ob die Schwaaner Verordnung Not tut. „Die Kreisverwaltung wird Kontakt zum Tierschutz vor Ort suchen, um die Bedarfe und Tatsachen zu ermitteln“, so Neumann.

Die Stadt Schwaan wiederum wartet nur noch auf eine schriftliche Bestätigung. „Laut dem Landkreis muss eine Ermächtigung durch ihn nicht erfolgen“, sagt Bürgermeister Mathias Schauer (UWS). Von der Amtsleiterin Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises, Elisabeth Dey, hat Schwaans Amtsleiter Dirk Antelmann vor circa zwei Wochen eine mündliche Zusage bekommen, dass die Verordnung umgesetzt werden könne. Schließlich sei sie von den Stadtvertretern beschlossen worden. „Ich warte jetzt nur noch darauf, dass ich es schriftlich bekomme“, sagt Antelmann. Dann kann die Verordnung in Kraft gesetzt werden.

Bis zum Inkrafttreten – und der Hoffnung auf Verringerung der unkontrollierten Geburten – haben Poniatowski und Bundesfreiwilligendienstleistender Reiko Neumann aber noch reichlich zu tun. Die Tiere kosten nämlich viel Geld und Platz. „Hier zählt jeder Cent“, sagt Poniatowski Zwar bekommt der Verein Förderungen, die würden aber nicht ausreichen. Denn Kastrationen – in diesem Jahr bereits 70 an der Zahl – schlagen ordentlich zu Buche. „Bei schwacher Spendenlage müssen wir halt zaubern“, so der Vereinsvorsitzende. Das Inkrafttreten der Verordnung würde er sehr begrüßen. „Eine Kastrationspflicht würde die Tierauffangstation entlasten“, so Poniatowksi.

Um die Regelung auch wirklich umsetzten zu können, hat die Stadt einen entscheidenden Passus in die Verordnung eingebracht. Katzenbesitzer müssen auf Verlangen des Ordnungsamtes die Kastration des Freigängers mit einem tierärztlichen Attest belegen. Kommt der Halter dem nicht nach, könne diese Ordnungswidrigkeit laut vorgesehener Verordnung bis zu 5000 Euro kosten.

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