Schwaan : „Yoga ist eine Lebenseinstellung“

Die Fuß-Hand-Haltung beherrschen Britta Fuchs (links) und Monique Albrecht perfekt.
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Die Fuß-Hand-Haltung beherrschen Britta Fuchs (links) und Monique Albrecht perfekt.

In Schwaan betreiben Britta Fuchs und Monique Albrecht die Schule „Ahimsa“

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10. Mai 2017, 09:00 Uhr

„Wenn man diesen Weg einmal eingeschlagen hat, gibt es kein Zurück mehr.“ Darin sind sich die beiden Yogalehrerinnen Monique Albrecht und Britta Fuchs einig. Die beiden haben vor drei Jahren in Schwaan die Yogaschule „Ahimsa“ gegründet. Seitdem teilen sie ihre Leidenschaft für den Sport mit vielen anderen Menschen. „Yoga ist ein Massensport geworden“, sagt Monique Albrecht. Grund dafür seien die immer höheren Anforderungen der Gesellschaft, sagt die 44-Jährige. „Beim Yoga können die Leute loslassen und erkennen, dass die Welt sich auch mal ohne sie weiter dreht.“

Monique Albrecht ist vor 18 Jahren, nach der Geburt ihres zweiten Kindes, zum Yoga gekommen. „Mir war langweilig und Yoga war grad in. Ich habe darin zuerst nur Gymnastik gesehen und fand es, ehrlich gesagt, eher albern“, erzählt die Schwaanerin. Die Wirkung der Übungen stellte sich schnell ein: „Ich habe einen ziemlich kranken Rücken und bin Asthmatikerin. Durch Yoga wurde es besser. Ich hatte keine Schmerzen mehr und habe besser Luft bekommen. Dann war ich aber der Meinung, ich brauche kein Yoga mehr. Und alles fing wieder von vorne an.“ Die Rückkehr zum Yoga war dann permanent. Mittlerweile ist Monique Albrecht ausgebildete Yogalehrerin, Atemkursleiterin und Yogatherapeutin.

Britta Fuchs hat vor fünf Jahren mit dem Yoga angefangen. 2014 machte sie die Ausbildung zur Yogalehrerin. „Ich war vorher mehr als 20 Jahre im Handel. Das war irgendwann nicht mehr meins“, erzählt die 52-Jährige.

Zueinander gefunden haben die Frauen als die Betreiberin der alten Yogaschule nach einem Nachfolger suchte, weil sie sich aus Schwaan zurückziehen wollte. „Britta hatte persönlich einen engen Draht zu ihr und ich kannte sie, weil mein Mann und ich die Schule für sie eingerichtet haben. Unser beider Herz hing also schon daran“, erzählt Monique Albrecht. Dass sie die Yogaschule gemeinsam übernahmen, habe sich dann so ergeben. „Alleine haben wir uns nicht getraut“, erzählt Britta Fuchs.

Während sich die beiden am Anfang noch aufeinander einstellen mussten, sind sie mittlerweile ein eingespieltes Team – auch privat. „Wir sind erst Partner und dann Freunde geworden“, sagt Monique Albrecht, die hauptberuflich als Sekretärin in der Automobilbranche arbeitet.

Die beiden Frauen haben die Kurse in der Woche untereinander aufgeteilt. Zusätzlich zu den Angeboten in der Yogaschule gibt es noch einen Kurs in der Begegnungsstätte. „Ich biete da Yoga für Ältere an“, erzählt Britta Fuchs, die ihre Arbeit als Yogalehrerin zum Hauptberuf gemacht hat.

Durch Yoga hat sich das Leben der beiden Frauen komplett verändert, wie sie selbst erzählen. „Am meisten fällt mir auf, wie gelassen ich dadurch bin“, sagt Britta Fuchs. Und Monique Albrecht nickt. „Das geht mir auch so. Ich wollte früher immer mit dem Kopf alle Türen einrennen, auch wenn die Türen offen waren. Heute bin ich viel ruhiger geworden.“ Yoga sei eben nicht nur Sport, sondern eine Lebenseinstellung, die sich positiv auf alle Situationen auswirkt. „Wenn ich zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse warten muss, dann ärgere ich mich nicht, sondern mache einfach ein Beckenbodentraining“, erzählt Monique Albrecht.

Dieses Lebensgefühl wollen sie an die Teilnehmer ihrer Kurse weitergeben. Und viele von ihnen hätten das auch bitter nötig. „Viele der Menschen, die zu uns kommen, sind sehr erschöpft. Das Problem ist, dass wir verlernt haben, auf unseren Körper zu hören, nur noch kopfgesteuert durchs Leben rennen. Das macht die Menschen kaputt“, sagt Monique Albrecht.

In den Kursen lernen die Teilnehmer, abzuschalten und sich wieder auf sich selbst, ihren Körper, zu besinnen. „Bei vielen merke ich, dass sie nach einiger Zeit wirklich abschalten und in der Stunde auch komplett schmerzfrei sind“, erzählt Britta Fuchs.

Über den regen Zuspruch ihrer Angebote sind die beiden Schwaanerinnen sehr stolz. Was aber fehle in den Kursen, seien Männer, sagen sie. „Ein paar wenige sind dabei, und die bringen eine gute Energie mit“, sagt Monique Albrecht. Generell würden Männer die Sache oft sehr humorvoll und nicht so verbissen angehen wie Frauen. Eine Einstellung, die ganz der Philosophie der Yogaschule entspricht, wie schon am Namen erkennbar ist. Denn „Ahimsa“ bedeutet Gewaltfreiheit. „Wir haben sehr lange überlegt, welchen Namen wir der Yogaschule geben. Dieser erschien uns am Ende passend, weil es uns vor allem darum geht, dass die Teilnehmer Liebe, vor allem zu ihrem Körper, mitbringen, sich nicht gegen ihn richten und ihr Ego draußen lassen. Das ist letztlich auch der Kern von Yoga“, so Britta Fuchs.


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