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Bützow/Schwaan : Wut und Frustration bei Gärtnern

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vermehrt Einbrüche in Gartenlauben / Polizei rät dazu, nichts Wertvolles dort zu lassen

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Häufig ist seit einiger Zeit unter den Polizeireports der Bützower Zeitung von Einbrüchen in Gärten die Rede. Auch an diesem Wochenende wurde die Polizei wieder zu einem solchen Einsatz gerufen. Fünf Gärten wurden in der „Sparte Kleingärtner-Reichsbahn“ hinter der ehemaligen BHG-Sporthalle aufgebrochen. Irgendwann im Laufe der vergangenen Woche machten sich Unbekannte an den Gärten zu schaffen. Es wurden Türen aufgebrochen und Scheiben zerstört. Gestohlen wurde allem Anschein nach nichts.

Dass nichts gestohlen wurde, verwundert Brunhilde Laß nicht: „Da ist gar nichts zu holen!“ Sie ist die Vorsitzende der „Sparte Kleingärtner-Reichsbahn“ und empört über die Einbrüche. „Wir haben keine pompösen oder wertvollen Häuser, wo Wertgegenstände zu vermuten sind. Es sind Gärten und Schuppen.“

Den Schilderungen von Brunhilde Laß nach – sie war am Sonnabend mit der Polizei zur Bestandsaufnahme in der Gartenanlage – wurden Türen aufgebrochen, Fenster zerstört und die Gärten durchwühlt. Mitgenommen werde zumeist nur, was sich leicht transportieren lässt, wie etwa Werkzeugkoffer. Mehr gebe es ohnehin nicht zu holen. Sie spricht von „Idioten“, die trotzdem auf die Suche gehen. Ihrer Meinung nach kann es den Tätern nur um blindes Zerstören gegangen sein. „Eine traurige Gesellschaft“, so Brunhilde Laß.

Die Gartenanlage liegt laut der Vorsitzenden sehr abgelegen und sei gar nicht zu sehen. Dies lässt Platz für Spekulationen, ob es sich bei den Tätern vielleicht um Leute handele, die mal da waren oder den vielleicht mal ein Garten in der dortigen Anlage gehörte. „Aber wir wissen es nicht“, sagt Brunhilde Laß.

Was sie aber weiß, ist die Tatsache, dass sie und ihre Gartennachbarn machtlos sind. „Wir können einfach nur aufräumen.“ Jedoch nicht ohne Folgen. „Es macht keinen Spaß, alles immer wieder aufzubauen.“ Die vorwiegend älteren Generationen mit vielen Hobbygärtnern um die 80 Jahre, die sich dort erholen, ihrer Freude nachgehen oder etwas anbauen wollen, würden ohnehin von Jahr zu Jahr denken und nicht sicher sein, ob sie den Garten noch lange behalten wollen. Vorfälle wie die aktuellen würden zur Entscheidungsfindung beitragen. „Zwei oder drei werden ihren Garten wohl aufgeben“, sagt Brunhilde Laß.

Auch der Polizei sind nach Einbrüchen oftmals die Hände gebunden. „Sind am Tatort keine auswertbaren Spuren vorhanden oder können gesicherte Spuren nicht zugeordnet werden, so muss gesagt werden, dass die Aufklärungsquote gering ist“, teilte Hauptkommissarin Kristin Hartfil auf Anfrage mit. Erschwerend komme hinzu, dass zwischen der Tat und dem Feststellen oft mehrere Tage liegen. Sie empfiehlt, seinen Garten regelmäßig zu kontrollieren und dabei auch den Blick in Richtung Nachbargarten zu werfen. Ungewöhnliche Veränderungen oder unbekannte Personen sollten den Nachbarn, aber auch der Polizei gemeldet werden. Sollte ein Einbruch festgestellt werden, solle die Polizei gerufen werden. „Nehmen sie keine Veränderungen vor oder räumen auf. Achten Sie auch im Außenbereich auf Spuren, die nicht von Ihnen sind. Teilen Sie der Polizei offensichtliche Veränderungen mit. Erstellen Sie eine Liste mit den entwendeten Gegenständen und dem entsprechenden Wert“, listet Kristin Hartfil Maßnahmen auf.

Dass die Täter ausgerechnet jetzt unterwegs sind, ist kein Zufall. „Gerade zu der Zeit, wenn es anfängt dunkel zu werden, sind wenig Personen in den Gartenanlagen unterwegs“, so Hartfil. Abhalten könne Täter eine solide und vor allem sichtbare Absicherung von Fenster und Türen. Wertvolle und leicht zu transportierende Gegenstände sollten nicht im Garten gelassen werden, auch Notschlüssel sollen nicht deponiert werden. „Die Diebe kennen diese Verstecke“, so die Polizeihauptkommissarin. Und auch wenn nichts gestohlen wird, können Einbrüche Schäden hinterlassen: Psychische Schäden – „Jemand ist in den geschützten, privaten Bereich eingedrungen“.

2015 wurde die Polizei zu 32 Fällen von Einbrüchen in Gärten, Bungalows oder ähnlichem gerufen, in Schwaan zweimal. 2016 verschoben sich die Einsätze in Richtung Schwaan – neun in Bützow und 17 in Schwaan. Dieses Jahr wurden bislang in Bützow zwei Einsätze vermerkt, in Schwaan sieben. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass pro Einsatz gleich mehrere Anzeigen aufgenommen werden können – so wie Einbrecher oft auch mehrere Einbrüche in einer Nacht vollziehen.

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