Güstrow/Bützow : Wo sind die 44 000 Euro?

Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt gegen ehemaligen Vorsitzenden des Kreisanglerverbandes Güstrow wegen Untreue

23-11367640_23-66108348_1416395129.JPG von
11. Dezember 2018, 21:42 Uhr

Die Güstrower Angler zoffen sich ums Geld! Und auch die Rostocker Staatsanwaltschaft ist schon mit im Boot. Die ermittelt gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Kreisanglerverbandes Güstrow, Torsten H. Vorwurf: Untreue und Unterschlagung. „Es liegen zwei Anzeigen zum gleichen Sachverhalt vom Landesanglerverband MV sowie vom Kreisanglerverband vor“, bestätigt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Aber das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Es finden noch Zeugenbefragungen statt“, will sich Nowack nicht weiter zu den laufenden Ermittlungen äußern.

Die Anzeigensteller werden da konkreter. Der Landesanglerverband MV (LAV) habe Anzeige gegen Torsten H. wegen der Veruntreuung von Verbandsgeldern erstattet. „Dabei geht es um knapp 44 000 Euro“, sagt LAV-Geschäftsführer Axel Pipping. Es handele sich um Mitgliedsbeiträge des Kreisanglerverbandes Güstrow (KAV) an den LAV sowie um Gelder aus dem Verkauf von Angelkarten, die an den LAV abgeführt werden müssen. „Dieses Geld wurde nicht an den LAV überwiesen. Wir haben mehrere Verwarnungen an Herrn H. ausgesprochen, aber es ist kein Geld gekommen. Daraufhin haben wir Anzeige erstattet“, führt Pipping aus.

Eine Vertrauensschadenshaftpflichtversicherung habe dem LAV das Geld mittlerweile erstattet. „Die Versicherung holt sich das Geld jetzt von Herrn H. wieder“, so Pipping. Gemeinsam mit H. sei die Forderung des LAV notariell an die Versicherung übertragen worden. Wo die 44 000 Euro gelieben sind, die nicht an den LAV gegangen sind, darüber will der Geschäftsführer des mit knapp 45 000 Mitgliedern größten Naturschutzverbandes in MV nicht spekulieren.

Das glaubt hingegen der Güstrower Wolfgang Timm vom Kreisanglerverband, dem zweiten Anzeigensteller, genau zu wissen. „H. hat die Beiträge nicht an den LAV abgeführt und sie in sein Unternehmen gesteckt“, behauptet Timm. Er habe damit seine privaten Probleme gelöst. Auch Timm wirft H. die Unterschlagung von KAV-Geldern vor, wobei er eine genaue Summe schuldig bleiben muss. „H. hat uns immer belogen und die Mitglieder beklaut“, ist Wolfgang Timm überzeugt.

Auf SVZ-Nachfrage weist Torsten H. diese Vorwürfe vehement zurück. Er bestreitet, das Geld in sein Unternehmen gesteckt zu haben und sagt: „Ich weiß nicht, wo das Geld geblieben ist. Ich habe nichts abgezweigt.“ Seine Ex-Partnerin sei die Kassiererin des KAV gewesen. Dennoch habe er sich bereit erklärt, das Geld an die Versicherung zu zahlen. „Als ehemaliger Vorsitzender des KAV trage ich eine Mitschuld. Es sind meine Angler und ich bin eine ehrliche Haut. Deshalb bin ich auch bereit, das Geld zu zahlen“, sagte Torsten H. gegenüber unserer Zeitung. Zunächst gelte es jedoch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abzuwarten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen