Bützow : Wo Kinder von anderen Kindern lernen können

Schulleiterin Ute Trzinski (l.) und Hortleiterin Dörte Schorning erklärten den Eltern der zukünftigen Erstklässler die Abläufe in der Freien Schule.
Schulleiterin Ute Trzinski (l.) und Hortleiterin Dörte Schorning erklärten den Eltern der zukünftigen Erstklässler die Abläufe in der Freien Schule.

Freie Grundschule veranstaltete Tag der offenen Tür

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06. November 2017, 12:00 Uhr

Der Eintritt ins Schulleben ist für Kinder ein besonderes Erlebnis. Eine Vorstellung davon konnten zukünftige Erstklässler am vergangenen Sonnabend beim Tag der offenen Tür gewinnen, den die Freie Schule Bützow veranstaltete. Lehrer und Schüler standen den Kindern und ihren Eltern Rede und Antwort. Während von den Kleinen vor allem die spielerischen Angebote genutzt wurden – die Geräte in der Turnhalle wurden mit Begeisterung ausprobiert – informierten sich die Eltern über den Alltag, der auf ihre Sprösslinge zukommt.

Schulleiterin Ute Trzinski und Hortleiterin Dörte Schorning erklärten den Eltern die Abläufe in der Freien Schule, zum Beispiel das jahrgangsübergreifende Lernen, das einem bestimmten Turnus folge. So würden in einem Schuljahr mal Erst- und Viertklässler miteinander den Klassenraum teilen, dann wieder Zweit- und Drittklässler. Die erste Variante sei besonders erfolgreich, berichtete die Schulleiterin. „Die jüngeren schauen sich von den größeren Schülern sehr viel ab. Der Lehrer muss da gar nicht mehr so viel eingreifen.“

Relativ erstaunt reagierten die Eltern darauf, dass Hausaufgaben nicht zum Konzept der Grundschule gehören. „Wenn ihr Kind um 14 Uhr Schulschluss hat, sind Hausaufgaben nicht mehr sinnvoll“, so Ute Trzinski. Die Schulleiterin betonte jedoch auch die Pflichten, die die Eltern erfüllen müssen, um ihrem Kind beim Lernen zu helfen. Das Lernen der Malfolgen und das Üben für Diktate müsse ganz selbstverständlich in den Alltag integriert werden.

Das Unterrichtskonzept der Schule warf bei einigen die Frage auf, wie die Erfahrungen mit dem Übergang in weiterführende Schulen sei, wo ein ganz anderes Schulsystem praktiziert wird. „Unsere Abgänger fallen an den weiterführenden Schulen auf, weil sie oft diejenigen sind, die Dinge hinterfragen und nicht alles, was der Lehrer sagt, als gegeben hinnehmen“, berichtete Ute Trzinski. Darauf hätten sich die Schulen in der Region schon gut eingestellt, auch wenn das selbstbestimmte Lernen nicht überall gegeben sei.

Ob nicht auch die Freie Schule ein weiterführendes Angebot einrichten könne?, wollte daraufhin eine Mutter wissen. Das lehnte Ute Trzinski entschieden ab – auch wenn sie es an sich schon als sinnvoll erachte. Ihre Erklärung: „Wir haben in Bützow eine gute Schulkultur, auch Güstrow ist gut aufgestellt. Auch wenn es von der Konzeption Sinn machen würde, weiterführend zu unterrichten, wollen wir den etablierten Schulen hier nicht das Wasser abdrehen.“

An der Freien Grundschule Bützow werden rund 270 Kinder unterrichtet, jedes Jahr werden 48 Kinder eingeschult.

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