Bad Doberan : Wissenswertes zum Kloster zur Kriegszeit

Doberaner Münster
Doberaner Münster

Vortrag zum Doberaner Münster

svz.de von
22. November 2018, 09:54 Uhr

Kürzlich wurde im Doberaner Münster zum zum Vortrag „Das Doberaner Münster in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges“ eingeladen, rund 90 Besucher lauschten dem Vortrag. In diesem Zusammenhang wurde auch gleich die gleichnamige neue Publikation vorgestellt. Autor der 48-seitigen Broschüre mit 31 historischen und jüngeren Abbildungen ist Münsterkustos Martin Heider, der damit erstmals in chronologischer Folge zum Teil nicht veröffentlichtes und weniger bekanntes Datenmaterial aus handschriftlichen und gedruckten Quellen für diesen Zeitraum vorgestellt.

Anlass der Publikation ist in diesem Jahr das Gedenken an den Beginn des Krieges vor 400 Jahren. „Es wird nicht ausschließlich auf die Wirren des Krieges in Doberan eingegangen, sondern auch auf die sonstigen Ereignisse und Entwicklungen dieser Zeit“, erklärt Martin Heider.

Eine wesentliche Quelle für die Ausführungen ist die bislang als verschollen gegoltene Handschrift Pastor Peter Eddelins von 1649. Auch Eddelins Nachfolger, Pastor Statius, hinterließ wertvolle Informationen, so Martin Heider. Im Verlauf des Krieges kam es zu schlimmen Gräueltaten an der Doberaner Bevölkerung und zu ernsthaften Schäden am Gebäudebestand des Münsters und weiterer Klostergebäude. In der Kirche wurden „die höltzerne Sarcke zerschlagen, die Zinnern zusammen gegoßen, etliche der Kirchpfeiler und Altar eingebrochen und herunter gerißen (…), die Orgel zernichtet, auch den Kirchen Ornat samt einer glocken weggeraubet“, wie Heider anhand der Original-Dokumente belegt.

Nur mit großen Mühen konnten die Kirche und die Nebengebäude erhalten werden. Dabei stand der Kirchenbau als herzogliche Grablege und Stätte des Gottesdienstes im Fokus. Der Mangel an Finanzen und Personal ermöglichte nur begrenzt die Ausführung von Instandsetzungsarbeiten und führte in den Jahrzehnten nach dem Krieg zum fortschreitenden Verfall mehrerer Nebengebäude, unter anderem des Kreuzgangstraktes. „Es grenzt fast an ein Wunder, dass die Doberaner Kirche samt Inventar, jahrelang ohne feste Bedachung, über diese Zeit gerettet werden konnte“, erklärt der Kustos.

Die Publikation „Das Doberaner Münster in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges“ ist ab sofort an der Münsterkasse erhältlich. Gegen den Aufschlag von Versandkosten kann diese auch auf Bestellung per Mail an verwaltung@muenster-doberan.de zugeschickt werden. Ab kommenden Montag, 26. November, ist sie zudem unter der ISBN-Nummer 978-3-940835-60-4 im Buchhandel bestellbar.

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