Warnow : Wirbel um die Kirchenpforte

Die Kirchenpforte in Warnow: Die Gemeindevertretung hat beschlossen, dass sie versetzt werden muss
Die Kirchenpforte in Warnow: Die Gemeindevertretung hat beschlossen, dass sie versetzt werden muss

Das Tor vor der Warnower Kirche muss aus rechtlichen Gründen zwei Meter nach hinten versetzt werden

svz.de von
17. Mai 2018, 05:00 Uhr

Schön ist die schmiedeeisene Kirchenpforte in Warnow geworden, da sind sich alle einig. Aber sie entspricht nicht der Planzeichnung. Nach einigem Wirbel steht nun fest: Die Pforte muss zwei Meter nach hinten versetzt werden. Grund: Vor dem Tor gehört der Grund der Gemeinde, und die hat es wegen der Verkehrssicherungspflicht abgelehnt, den jetzigen Zustand beizubehalten.

Eigentlich sollte die Pforte vor der Warnower Kirche einen großen Flügel für Fahrzeuge und ein kleines Tor für Fußgänger aufweisen. Spenden gingen bei der Kirchengemeinde Baumgarten für dieses Projekt ein. Herausgekommen ist eine Pforte, die Muster auf dem Friedhof aufgreift. Das gefällt offensichtlich allen Beteiligten – aber darum geht es nicht.

Denn der Schmied habe diesen Auftrag „falsch ausgeführt“, bemängelte die Gemeindevertreterin Marion Sohst am Montag. Er fertigte zwei gleich lange Flügel an. Schwingen sie auf, ragen sie auf den Gemeindegrund. Und das verursacht rechtliche Probleme.

Die Warnowerin schlug vor, einen Flügel einfach offen stehen zu lassen. Schließlich fahre nur sehr selten ein Auto hoch zur Kirche oder zum Friedhof. Problem gelöst. Diesen Vorschlag griff niemand auf. Ein Bürger merkte allerdings halblaut an, seit 40 Jahren sei dort kein Tor gewesen.

Pastorin Helga Müller sagte, der Schmied habe eingeräumt, dass er die entsprechende Vorschrift nicht kenne. Sie fuhr fort, er habe die Pforte zudem „ohne Rücksprache eingesetzt“. Und sie sei auch größer als abgesprochen.

Die Pastorin bat die Gemeindevertreter, das Tor verkleinern oder auf Kirchengrund setzen zu lassen. „Wir haben das Tor nicht bestellt“, antwortete Lutz Ritter, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Warnow. Er habe sich beim Amt Bützow Land erkundigt und eine glasklare Antwort erhalten: Wegen der Verkehrssicherungspflicht sage das Straßenverkehrsgesetz, dass „keine festen und beweglichen bauliche Anlagen in den öffentlichen Verkehrsraum ragen“ dürften. Und ein Verkauf von Gemeindegrund an die Kirche sei wegen der Notargebühren einfach zu teuer. Lutz Ritter: „Damit sind alle Messen gesungen.“

Der Politiker gab zu, dass er das Gesetz zunächst falsch interpretiert habe, das tue ihm leid. Aber, so fuhr er fort: „Wir sind raus.“ Einstimmig lehnte die Gemeindevertretung im Gemeindezentrum Lübzin den Antrag der Kirchengemeinde Baumgarten ab, die Pforte dort, wo sie jetzt ist, stehen zu lassen.

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