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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 22:03 Uhr

Bützow : Wir wissen, was 2017 passiert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Was uns in diesem Jahr blühen kann – oder auch definitiv nicht / Eine postfaktische Kaffeesatzleserei

von
erstellt am 01.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Wer seinen Kaffee türkisch trinkt, beweist Weitblick. Den erhält er aus dem Kaffeesatz, der nach dem Genuss des „braunen Wassers“ in der Tasse verbleibt. Die Bützower Redaktion der Schweriner Volkszeitung hat es gewagt und wieder aus dem Kaffeesatz einige markante Ereignisse für 2017 herausgelesen. Gar nicht so leicht, im Zeitalter des Postfaktischen die Wahrheiten unter den Fakenews herauszufiltern.

Januar: Jetzt ist es raus: Die Bürgerbegegnungsstätte in Schwaan wird mit eingebunden in den Campus der Generationen. Dafür müssen die Planungen komplett überarbeitet werden. Eine Hochbrücke wird künftig das ehemaligen Sparkassengebäude und den Campus der Generationen an der Schule verbinden. Zur Sicherheit müssen dafür Netze gespannt werden. Die Netzwerkgespräche sollen noch im Januar beginnen.

Trotz Minusgrade und zwei Meter hohem Schnee beginnen in Laase Bauarbeiten. Der Landkreis will Fakten schaffen und beginnt mit den Bauarbeiten an der Kreisstraße, die durch das kleine Dorf führt. Eine Bitumenpiste soll entstehen. Die geschichtsträchtigen Pflastersteine will der Kreis bei Gnemern verbauen. Dort sind rund 800 Meter Kreisstraße zur Landesstraße in Richtung Rostock noch nicht befestigt. Einwohner aus Gnemern ärgern sich darüber seit Jahren. Mitglieder der Bürgerinitiative in Laase, die für den Erhalt der alten Pflasterstraße sind, wollen das nicht hinnehmen, und beginnen mit einem Sitzstreik.

März Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer überlegt, sich als Bürgermeister in Laage zu bewerben, sozusagen in Doppelfunktion. Dort findet sich einfach kein Nachfolger für die Ex-Bürgermeisterin, die nach Berlin gewechselt ist. Schauer hat Einblick, schließlich hat ihm der Ex-Ex-Bürgermeister von Laage beim Start als Verwaltungschef in Schwaan viele wichtige Tipps mit auf den Weg gegeben. Es ist an der Zeit, das zurückzuzahlen. Doch das Innenministerium in Schwerin lehnt ab. So war die freiwillige Fusion von kleineren Gemeinden im Land nicht gemeint.

April: Der Landkreis schreibt wieder mal die Position eines Beigeordneten für den Landrat aus. Bedingung: Der Bewerber muss fachlich perfekt sein. Völlige Unkenntnis über Parteipolitik wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Und es gibt noch eine Bedingung. Es darf kein Kandidat aus der Region Bützow sein. Denn Bützower bestimmen schon seit Jahren das Gesicht an der Verwaltungsspitze im Kreishaus.

Mai: Und immer wieder: Beim Bau der Elefantenbrücke nach konventioneller Bauweise gibt es erneut Probleme. Es fehlen wichtige Statikprüfungen. Deshalb fällt die Entscheidung, statt einer Brücke, jetzt eine Gondelbahn einzurichten. Bauamtsleiterin Doris Zich fährt unverzüglich zu einer dreiwöchigen Dienstreise ins Hochgebirge nach Bayern.

Juni: Bützows Bürgermeister bleibt nichts anderes übrig. Er muss das hochmoderne Verwaltungssystem 2.0, das er gerade eingeführt hat, wieder abschaffen. Es wird umgestellt auf die Verwaltungsstruktur „Minus 2.0“. Alle Mitarbeiter müssen umgeschult werden, denn ab sofort steht allen wieder eine Schreibmaschine vom Typ Erika zur Verfügung. Der Grund: Der Ausbau einer schnellen Internetverbindung ist vom Landkreis erneut torpediert worden. Die Computer spielen verrückt.

Juli: Die Bürgerinitiative in Laase hat gewonnen. Der Landkreis muss die Pflasterstraße wieder herstellen.

August: Bützow hat wieder einen Citylauf. Zu den Bützower Gänsemarkttagen gibt es das Comeback dieses sportlichen Höhepunktes. Was den Organisatoren besonders in die Karten spielt. Es gibt unzählige hochkarätige Starter aus Russland. Der Grund: Die Leichtathleten aus dem Osten sind für alle anderen Wettkämpfe in der Welt gesperrt. Dank des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach sind Wettbewerbe in Deutschland davon nicht betroffen.

September: Am Bützower Bahnhofsvorplatz wird gebaut. Die Stadt möchte einen modernen Verkehrsknotenpunkt schaffen. Der Vorarbeiter interpretiert aber die Baupläne falsch. Plötzlich gibt es eine Bahnüberführung mit Fahrstühlen zu den Bahnsteigen 2 und 3. Das hat die Deutsche Bahn in mehr als zehn Jahren nicht geschafft. Doch jetzt gibt es Ärger. Die Stadt soll Fördermittel zurückzahlen. Ob da Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg (CDU) etwas regeln kann? Der bringt doch nach eigenen Angaben immer wieder die Fördermittel von Berlin in die Region. Seine letzte Amtshandlung? Es ist ja Bundestagswahl.

Oktober: Die Wahl des künftigen Beigeordneten für den Landrat verläuft unproblematisch, die Mehrheiten kennen ihren verabredeten Bewerber ohnehin schon lange. Es ist… ach, das ist ja ein Geheimnis, wer im Kreistagssaal Stühlchen wechsel dich spielt.

November: Jetzt fällt es dem Landesstraßenbauamt in Stralsund wie Schuppen von den Augen. Da war doch noch etwas in Bützow? Der Bau der Aalfangbrücke und der Straße Vor dem Rühner Tor steht auf dem Plan. Jetzt wird es aber Zeit, sagen sich die Straßenbauer und legen los. Doch dann kommt der frühe Wintereinbruch dazwischen. Die Arbeiten müssen unterbrochen werden.

Dezember: Fast-Ruheständler Wolfgang Kraatz, der endlich mal in Ruhe Weihnachten vorbereiten wollte, darf seinen Beigeordnetenposten noch nicht verlassen. Der Grund: eine Panne beim Ausstellen der Ernennungsurkunde für seinen Nachfolger. Ein Ministerialbeamter hatte einen falschen Buchstaben geschrieben, hatte dabei an einen berühmten Kommissar gedacht.

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