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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 01:18 Uhr

Bützow : Wir werden weniger und älter

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bevölkerungsprognose 2030: Immer mehr ältere Menschen

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Menschen im Amt Bützow-Land werden in mittelbarer Zukunft weniger. Und sie werden älter. Das geht aus der Bevölkerungsprognose 2030 hervor, die der Landkreis Rostock in Auftrag gegeben hat. Das 272 Seiten umfassende Papier mit dem Blick in die Zukunft kann jeder auf der Internetseite des Kreises unter www.landkreis-rostock.de unter die Lupe nehmen. „Die Daten kann jedermann einsehen. Sie bieten Einwohnern, Städten, Gemeinden, Ämtern und der Kreisverwaltung eine Grundlage für die weitere Entwicklung“, erklärt Kreissprecher Michael Fengler.

Die Bevölkerungsprognose schaut nicht nur nach vorn, sie gewährt auch Einblicke in die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit, die an der Zukunft einen wesentlichen Anteil hat. Im Jahr 2001 lebten im Amt Bützow-Land noch 18 623 Menschen. 2015 waren es noch 16 049, was einem Rückgang von 13,8 Prozent entspricht. Nur von 2012 zu 2015 gab es ein Wachstum von 0,4 Prozent. Dieses Wachstum ist laut Studie jedoch ausschließlich mit der Zuwanderung von Flüchtlingen mit Aufenthaltsgenehmigung zu begründen. Statt eines Einwohnergewinns von 64 Personen hätte ohne Zuwanderer ein Verlust von zirka 250 Personen in den Zahlen gestanden.

Als Gründe der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung ist allen voran das ungleiche Verhältnis von Geburten und Sterbefällen anzuführen. Von 2001 zu 2015 gab es eine Verschiebung hin zu einem Ungleichgewicht von −1004 Menschen.

Deutlich wird der Trend auch, wenn die Aufteilung der Menschen in die jeweiligen Altersgruppen betrachtet wird. 2015 gab es im Amt Bützow-Land 789 Kinder bis sechs Jahre (4,9 Prozent), 1214 Sechs- bis 14 Jährige (7,6 Prozent) und 1110 15 bis 25-Jährige (6,9 Prozent). In der Gruppe der 25- bis 65-Jährigen waren es 9252 Menschen (57,6 Prozent). Und über 65-Jährige gab es 3684, was einem Anteil von 23,0 Prozent entspricht.

Die größten Einbußen der Bevölkerungszahlen verzeichnete die Gruppe der 15- bis 25-Jährigen. Laut der Bevölkerungsprognose, die das Institut Wimes anfertigte, ist dies mit dem Geburtenknick der 1990er Jahre und Abwanderungen in Folge von Ausbildungen zu begründen. Einwohnergewinne wurden lediglich bei den Senioren verzeichnet. Nicht nur, weil jeder älter wird, sondern auch durch Zuzüge begründet. Im Groben muss man sich die Alters- und Geschlechtsaufgliederung, wie in der Sozialforschung nicht unüblich, als Dönerspieß vorstellen. Unten (Kinder) ist er schmal, in der Mitte (Menschen mittleren Alters) dick und oben ist er wieder dünner (Ältere).

Mit Blick auf 2030 ist zu erwarten, dass die Bevölkerungsverluste aufgrund natürlicher Prozesse weiter steigt. Das Papier prognostiziert eine leicht sinkende Geburtenrate ab 2020, der eine bis 2030 steigende Sterberate gegenübersteht. Anders ausgedrückt: Die dicke Ausprägung des Dönerspießes wandert nach oben, während es unten dünn bleibt. Das Institut Wimes gibt unter Berücksichtigung regionaler Verflechtungen und natürlicher Entwicklungen an, dass bis Ende des Prognosezeitraums 2030 ein Bevölkerungsrückgang von 1470 Menschen zu erwarten ist – ein Rückgang von 9,2 Prozent.

Insbesondere die Zahl der Menschen im Haupterwerbsalter wird stetig sinken. Von 25- bis 45-Jährigen wird es 2030 etwa 1000 weniger geben als noch 2015. Dafür wird es ab etwa 2021 deutlich mehr 65- bis 80-jährige Menschen im Amt Bützow-Land geben. Bis 2021 werden zudem mehr Menschen in die Kategorie 80+ „hinein-altern“. Jedoch wird sich die Anzahl wieder senken, wodurch bis 2030 sogar eine leicht geringere Anzahl der Hochbetagten prognostiziert wird.

Mit erfasst ist übrigens auch die Arbeitslosigkeit der Personen im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 16 und 65 Jahren. Diese schrumpfte im Amt Bützow-Land von 15,5 Prozent in 2001 um 9 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

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