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Austausch in Bützow : „Wir sind uns sehr ähnlich“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Norweger Esben Gullingsrud ist im Polizeirevier zu Gast

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Esben Gullingsrud fällt zwischen den Beamten des Bützower Polizeireviers auf. Auf seiner Uniform – die sich optisch bereits recht deutlich unterscheidet – steht nicht etwa Polizei, sondern „Politi“. Der 24-Jährige ist Norweger und absolviert derzeit das zweite Ausbildungsjahr der norwegischen Polizeiakademie.

Seit Mitte April ist er für einen Austausch in Deutschland, der durch eine Partnerschaft mit der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow ermöglicht wird.

„Wir müssen uns dafür bewerben“, erklärt Gullingsrud, der zu den insgesamt neun Auserwählten zählt, die drei Wochen in Deutschland verbringen. Die Studenten selbst konnten sich für den Austausch zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden, Litauen, Finnland und Island entscheiden. „Ich habe priorisiert“, sagt der 24-Jährige, der – hätte Deutschland nicht geklappt – auch nach Dänemark gereist wäre. „Deutschland liegt im Zentrum Europas“, begründet der Norweger seine Wahl. Außerdem sei er bereits in Schweden und Dänemark gewesen. Während des Austausches durchläuft er nun verschiedene Stationen und lernt die Arbeit unterschiedlicher Reviere und Abteilungen kennen.

Der Einblick in die deutsche Polizeiarbeit zeigte ihm, dass sein Heimat- und Gastland sich gar nicht so sehr unterscheiden. „Wir sind uns sehr ähnlich. Wir machen viele Dinge gleich und sehen sie ähnlich“, erzählt der 24-Jährige. In Rostock begleitete er Ermittler und musste den Umgang mit Hooligans trainieren. Spannend war dabei natürlich die Ausrüstung der Beamten, die beispielsweise mit Schutzkleidung ausgestattet werden. „Sie haben uns ihre Montur gezeigt“, so Esben Gullingsrud, der aus der Nähe von Oslo kommt. Ein Truck mit Wasserwerfer hatte es den Männern besonders angetan. „Das war eine der coolsten Sachen, die wir hier machen durften.“ Der Austausch führte den Norweger darüber hinaus auch nach Hamburg, Schwerin und Berlin, wo es neben der Ausbildung auch Sightseeing gab. In einer Hamburger Brauerei durfte es beispielsweise auch das ein oder andere Bier sein. „Ich mochte Berlin aber mehr als Hamburg. Es war toll, diese ganze Geschichte erleben zu können.“

Die Güstrower Polizeischüler hätten die Skandinavier herzlich in ihren Reihen aufgenommen. „Sie kümmern sich gut um uns“, sagt Esben Gullingsrud, der nach dem dritten Ausbildungsjahr seinen Abschluss in der Tasche hat. „Dass ich wirklich Polizist werden will, habe ich erst entschieden, als ich ein halbes Jahr in der Ausbildung war“, gibt der 24-Jährige offen zu. „Ich könnte mir nicht vorstellen, einen Bürojob zu haben“, sagt er.

Sicher ist ihm eine Stelle nach der Ausbildung dennoch nicht. „Es gibt jedes Jahr mehr Absolventen als Jobs“, erkärt er die Situation in Norwegen.

Am Freitag geht es nach dem Dienst direkt zurück nach Norwegen. „Wir müssen am Montag schon wieder zur Arbeit“, erzählt Esben Gullingsrud, der mit anderen Austausch-Studenten im Auto nach Deutschland kam.

 

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