Reformierte Kirche Bützow : Winzerorgel erklingt bald wieder

Orgelbaumeister Andreas Arnold nimmt die reparierten Pfeifen in Augenschein. Die Wiederherstellung erforderte akribische Kleinstarbeit.  Fotos: Christina Milbrandt
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Orgelbaumeister Andreas Arnold nimmt die reparierten Pfeifen in Augenschein. Die Wiederherstellung erforderte akribische Kleinstarbeit. Fotos: Christina Milbrandt

Firma aus Plau am See hat das Instrument restauriert und setzt es jetzt wieder zusammen

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18. März 2016, 05:00 Uhr

Vorfreude in der Reformierten Kirche: Nachdem die alte Winzerorgel seit knapp 30 Jahren nicht funktionstüchtig war, kann in etwas mehr als zwei Wochen wieder auf ihr gespielt werden. Die Mitarbeiter der Firma Mecklenburger Orgelbau Plau am See haben die Bestandteile des historischen Instruments in den vergangenen Monaten restauriert. Nun sind sie dabei, die Orgel wieder zusammenzusetzen.

Die Instandsetzung des schwer beschädigten Kircheninstruments erforderte vor allem akribische Kleinarbeit. „Die Pfeifen waren völlig zertreten und zerknickt“, berichtet Orgelbaumeister Andreas Arnold. Der Schaden entstand bei einem Einbruch Anfang der 1980er-Jahre. Unbekannte Einbrecher hatten sich an der Orgel zu schaffen gemacht. Die übrig gebliebenen Pfeifen wurden seitdem auf dem Dachboden der Kirche gelagert. Dort sei ein zweiter Schaden entstanden, sagt Andreas Arnold. „Es müssen Dachziegel draufgefallen sein, die Spuren waren relativ frisch.“

Insgesamt gehören 250 Pfeifen in die Bützower Winzerorgel. Doch nur 15 bis 20 Prozent seien noch erhalten geblieben, so Andreas Arnold. Allerdings seien die 28 Prospektpfeifen, also diejenigen, die sich an der Vorderseite der Orgel befinden, alle noch da gewesen. Gerade diese stellten eine Herausforderung für die Restauratoren dar. „Wir haben schon überlegt, ob wir es wirklich schaffen, sie wieder zu reparieren oder ob sie am Ende eventuell doch ersetzt werden müssen“, erzählt Andreas Arnold. Am Ende hat es funktioniert: Durch Klopftechniken und Löten konnten die Orgelbauer die beschädigten Pfeifen wiederherstellen. Die Spuren dieser akribischen Arbeit sind deutlich zu erkennen. Aber: „Mit den Jahrzehnten oxidieren diese helleren Stellen“, sagt Andreas Arnold. Die fehlenden Pfeifen haben die Orgelbauer durch komplett neue ersetzt.

Bei Pastorin Christine Oberlin, die das Instrument beherrscht, ist die Aufregung über den Fortschritt der Arbeiten gerade groß. Sie sagt: „Es grenzt an ein Wunder, dass alles so repariert werden konnte.“ Sie habe sich schon Orgelnoten herausgesucht, um das Instrument selbst auszuprobieren.

Abgeschlossen werden die Arbeiten etwa eine Woche nach Ostern. Bei einem Festgottesdienst, der am 17. April um 15 Uhr in der Reformierten Kirche stattfindet, wird Friedrich Drese, Orgelsachverständiger aus Malchow, das Instrument offiziell einweihen. Damit auch alle Bützower die Chance haben, die Orgel in Aktion zu erleben, gibt es darüber hinaus auch einen zweiten Termin: Am 8. Mai wird Winfried Dahlke von der Landeskirche ein Konzert geben. „Damit haben wir zwei sehr unterschiedliche Veranstaltungen für die Bützower organisiert“, sagt Christine Oberlin.

Die Pastorin entlockte der Winzerorgel gestern schon einmal ein paar Töne. „Das hat schon was, auf so einer alten mechanischen Orgel zu spielen.“ Mit der Stadt führe sie Gespräche dazu, ob am Saal der Reformierten Kirche Veränderungen zugunsten der Akustik vorgenommen werden könnten. Zunächst werde bei den kommenden Anlässen aber erst einmal geschaut, wie sich der Klang entfaltet.

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