Schwaan : Windkraft macht wieder Ärger

Einen Anblick wie diesen wollen die Bröbberower nicht.
Einen Anblick wie diesen wollen die Bröbberower nicht.

Antrag eines Investors beim Land MV sorgt in der Gemeinde Bröbberow für Unmut

von
14. Juni 2017, 05:00 Uhr

Es ist wie in der Geschichte des spanischen Ritters Don Quijote – ein Kampf gegen „Windmühlen“. Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Bröbberow kam ein Antrag des Investors Deutsche Großwälzlager beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) zur Sprache. Der Investor will zwei Versuchsanlagen für Windkraft nahe der Gemeinde errichten. Bürgermeister Steffen Marklein (Bündnis90/Grüne) wehrt sich.

Marklein möchte nicht, dass die Gemeinde bald in einen Windpark schauen muss. Neben dem optischen Faktor befürchtet der Bürgermeister auch eine akustische Beeinträchtigung. Darum soll der beim StALU MM eingegangene Antrag geprüft werden.

„Wir haben nun acht Wochen Zeit, um auf den Antrag vom Investor zu antworten. Auf der Sitzung haben wir einstimmig beschlossen, dass wir uns vor der Antwort juristische Beratung holen werden“, so der Bürgermeister. Der Antrag soll nun vom Anwalt geprüft werden. Im gesamten Prozess des Antragsverfahrens wird die Gemeinde zwar nach ihrer Meinung gefragt, der Bürgermeister rechnet aber mit keiner großen Wirkung. „Ablehnen können wir es nicht. Aber wir wollen den rechtlichen Rahmen prüfen“, so Marklein.

Den Bürgermeister ärgert, dass die vom Land für die Versuchsanlagen vorgesehenen Flächen eigentlich nicht als Eignungsgebiet ausgeschrieben sind. Die Flächen gehören dem Land Mecklenburg-Vorpommern, weshalb die Gemeinde sich auch kaum gegen den Bau wehren kann. „Das Land hat die Stellplatzsuche übernommen, um die Versuchsanlage zu errichten“, sagt Marklein. Weil es sich dabei um Testobjekte handle, könne das Land Sondergenehmigungen für den Bau erteilen, so der Bürgermeister. „Das läuft dann unter Forschung und Entwicklung.“

Im Falle einer Aufstellung erwartet Marklein eine rasche Ausuferung der „Windmühlen“. „Wenn erst einmal zwei Stück stehen, dann werden andere folgen“, befürchtet Marklein. Der Investor selbst habe 2015 zumindest schon gesagt, dass sich die Leute rasch an die Windkraftanlagen gewöhnen würden. Große Sorge bereitet dem Bürgermeister auch die Bezeichnung der geplanten Windanlage: „WEA (Windenergieanlage, Anm. d. Red.) Bröbberow I.“ Die Bezeichnung Römisch Eins sieht Marklein als Indiz für den geplanten Bau weiterer Anlagen. „Wir sind auch mit der Eins nicht einverstanden.“

Marklein wünscht sich einen echten Dialog mit allen Beteiligten. Auch auf die kleinen Gemeinden müsse gehört werden, sonst „braucht man nicht von Bürgerbeteiligung zu sprechen“. Darum hat er auch eine Einwohnerversammlung im Juli angedacht, zu der er auch die Investoren einlädt. Die Motivation der Gemeinde, sich mit diesem Thema auseinander zusetzen sei mittlerweile aber nicht mehr besonders hoch, so Marklein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen