Windpark Tarnow Ost : Windenergie in Bürgerhand

Das ständige Blinken von Windkraftanlagen ist vielen ein Dorn im Auge. Das soll bei den neuen Anlagen bei Tarnow verhindert werden. Dort wird eine „berdarfsgerechte Befeuerung“ angestrebt.
Das ständige Blinken von Windkraftanlagen ist vielen ein Dorn im Auge. Das soll bei den neuen Anlagen bei Tarnow verhindert werden. Dort wird eine „berdarfsgerechte Befeuerung“ angestrebt.

Einwohner von Tarnow und Dreetz können sich über eine Genossenschaft am Windpark Tarnow Ost beteiligen

svz.de von
08. März 2016, 05:00 Uhr

Die Gemeinden Bützow, Tarnow und Dreetz möchte vom Ausbau der Windenergie profitieren. Und auch die Einwohner von Tarnow und Dreetz können sich beteiligen beim Bau des Windparks Tarnow Ost. Wenn alles klappt, könnte die ersten Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen, sagt Gunter Brietzke, Bürgermeister der Gemeinde Dreetz.

Seit über drei Jahren laufen die Vorbereitungen. Um das Projekt umzusetzen wurde die Kommunale Windpark Tarnow Ost GmbH und Co. KG gegründet. Es handelt sich um eine Teilnehmergemeinschaft, die aus fünf Mitgliedern besteht, die jeweils 20 Prozent der Anteile halten, erklärte Brietzke auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Neun Windräder sind geplant

Mit im Boot sitzen der Energieversorger Wemag, die Projektantengemeinschaft sowie die Landgesellschaft. Weitere 20 Prozent halten die drei Gemeinden Bützow, Tarnow und Dreetz gemeinsam.

Die letzten 20 Prozent sind einer Bürgergenossenschaft vorbehalten. Der Beitritt zu dieser Genossenschaft ist nur Einwohnern der Gemeinden Tarnow und Dreetz möglich, da die Anlagen auf ihren Territorien gebaut werden, erklärt Gunter Brietzke. Jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, kann ein oder mehrere Genossenschaftsanteile zu jeweils 500 Euro kaufen, erklärt der Bürgermeister. Nach derzeitigem Stand soll der Beitritt ab 1. Januar möglich sein.

Geplant sind östlich von Tarnow neun Windräder mit einer Nabenhöhe von 179 Metern und einem Rotorendurchmesser von 115 Meter. Jede Anlage soll im Jahr rund 3,2 Megawatt Strom erzeugen.

Das Projekt stecke mitten im Genehmigungsverfahren, erklärt der Bürgermeister. Bestandteil dieses Genehmigungsverfahrens sei unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung. „Die muss noch abgeschlossen werden“, so Gunter Brietzke.

Signallampen sollen nicht ständig blinken

So geht es zum Beispiel auch darum, wie die künftigen Betreiber mit der Signalbeleuchtung für die Windräder umgehen, die für die Flugsicherheit gefordert wird. „Wir haben deutlich gemacht, dass eine bedarfsgerechte Befeuerung ein Muss ist“, sagt der Bürgermeister. Es gebe verschiedene technische Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die Signalbeleuchtung ständig blinkt. Auch seien Gutachten im Hinblick auf den Schattenwurf und die Schallbelästigung erstellt worden. Der Schattenschlag sei für Tarnow überhaupt nicht relevant, in Zibühl Ausbau nur in sehr geringem Umfang am Vormittag, erklärte Brietzke. „Ich vertraue diesen Gutachten“, sagt der Bürgermeister.

Insgesamt wird eine Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Bevor das Paket komplett geschnürt wird, gibt es eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, kündigt Gunter Brietzke an. Denn auch die Kommunalaufsicht werde ein Auge darauf haben, dass die Gemeinde das finanziell leisten kann. „Ohne einen Kredit wird es nicht gehen“, so der Bürgermeister. Er sei aber davon überzeugt, dass das Projekt auch für die Gemeinden umsetzbar ist. Natürlich bleibe immer ein wirtschaftliches Risiko. Das zu minimieren, dafür erfolgt die Wirtschaftlichkeitsprüfung. „Mit dem Windpark haben wir die Chance, ein kleines bisschen Geld zu verdienen. Wenn wir es nicht machen, machen es andere“, erklärt der Bürgermeister.

Die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft hoffen, dass bis zum Herbst das Genehmigungsverfahren abgeschlossen und die Zustimmung erteilt wird.

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