Qualitz : Win – ein Spezialist auf vier Pfoten

Border Collie Win ist in ihrem Element. Sie treibt die weißen Dorper-Schafe mit ihrem markanten in die richtige Richtung.  Fotos: Ralf Badenschier
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Border Collie Win ist in ihrem Element. Sie treibt die weißen Dorper-Schafe mit ihrem markanten in die richtige Richtung. Fotos: Ralf Badenschier

Allerhand-Verein zu Besuch bei Schäfer Hendrik Kienker und seinem Hütehund

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01. Juni 2016, 12:00 Uhr

Was sind Dorper-Schafe? Was zeichnet einen guten Hütehund aus? Wie lange braucht der Schäfer für die Ausbildung eines solchen Hundes? Hendrik Kienker gab darauf gestern Antworten bei einer Veranstaltung des Allerhand-Vereins in Qualitz. „Mit dem Hütehund aufs Weideland“ lautete das Thema.

Win, der fünfjährige Border Collie schaut gespannt auf die kleine Gruppe von braunen und weißen Schafen. Als Hendrik Kienker einen kurzen Pfiff ertönen lässt, spurtet die Hündin los. Nach wenigen Augenblicken bilden weiße und braune Schafe zwei getrennte Gruppen. Die weißen Tiere treibt der Hütehund nun vor sich her in Richtung des Schäfers.

Der 25-Jährige aus dem Osnabrücker Landkreis ist auf dem Hof von Susanne und Eike Schön-Petersen in Qualitz angestellt. Die betreiben dort seit knapp einem Jahr einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb. Und dazu gehören auch rund 450 Schafe.

Dabei handelt es sich um eine besondere Rasse. „Es sind Dorper-Schafe. Sie kommen ursprünglich aus Südafrika“, erklärt Hendrik Kienker. Diese tragen nicht das klassische Schaffell, sondern das Fell wächst und die Tiere verlieren es auch wieder. „Sie müssen also eigentlich nicht geschoren werden“, so der Schäfer. Dennoch schneidet man das Fell, wenn es zu zottelig wird. Und die Tiere sind bei der Nahrung sehr anspruchsvoll. Sie bekommen Weidel- und Knaulgras sowie verschiedene Kleesorten. „Weil wir hier ökologische Landwirtschaft betreiben, stellt das auch bei der Futterproduktion hohe Anforderungen“, erklärt Kienker. Die Schafe werden auch nicht für die Fleischproduktion gehalten, sondern ausschließlich zu Zuchtzwecken. So gehen Tiere aus Qualitz unter anderem nach Spanien und Portugal, erzählt der Schäfer.

Hendrik Kienker selbst ist durch eine Nachbarin zum Beruf des Schäfers gekommen. „Sie hat Hütehunde gezüchtet und ausgebildet. Das und vor allem die Tiere haben mir sehr gefallen. Und wenn man einen solchen Hund hat, braucht der natürlich auch Bewegung“, erzählt der 25-Jährige. Also absolvierte der Anlagenmechaniker noch eine zweite Ausbildung zum Schäfer und kam so auf den Hof in Qualitz.

Die Ausbildung eines Hütehundes ist sehr umfangreich. Dabei gilt der Border Collie, der aus England stammt, als ausgesprochener Experte. „Er ist ein Jagdhund. Es kommt darauf an, seine Instinkte in die richtigen Bahnen zu lenken“, erklärt Kienker. Das erfolgt zu Beginn über Kommandos und Körpersprache, später kommt dann eine spezielle Pfeife zum Einsatz.

Jeder Pfiff hat eine bestimmte Bedeutung. Er signalisiert beispielsweise, ob der Hütehund rechts oder links von der Herde laufen soll. Rund vier Jahre dauert es, bis ein richtiger Hütehund ausgebildet ist. „Ich könnte hier stehen bleiben und Win würde die Herde irgendwo am anderen Ende der Weide zusammentreiben“, erklärt Hendrik Kienker. Und während er das erzählt, hat Win zur Demonstration schon die weißen Schafe wieder zu den anderen braunen in die Koppel getrieben.

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