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Bützower Zeitung

16. August 2017 | 19:31 Uhr

Wiendorf : Wiendorfer zahlen mehr Steuern

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Grundsteuer wird an den Landesdurchschnitt angepasst. Der Beschluss der Gemeindevertreter gilt rückwirkend ab dem 1. Januar.

Überrascht war die Lebensgefährtin von Fred Willamowski, als dieser Tage der Steuerbescheid ins Haus flatterte. Anstatt 173 muss die Wiendorferin nun 184 Euro Grundsteuer zahlen. „Warum ist das so? Warum wird man darüber vorher nicht informiert?“, möchte Fred Willamowski wissen. Ihm gehe es nicht um den Betrag, sondern eher um das Prinzip, sagt der SVZ-Leser.

Wenn Beiträge, Gebühren oder wie in diesem Fall Steuern erhöht werden, möchte er darüber schon Bescheid wissen, sagt der Mann aus Friedrichshof.


Gemeindevertreter beschlossen Erhöhung

Schwaans Kämmerin Marion Lippold bestätigt, dass die Wiendorfer rückwirkend zum 1. Januar mehr Steuern zahlen müssen. „Die Entscheidung liegt bei den Gemeindevertretern. Und die haben den Steuersatz von 340 auf 360 Prozent erhöht“, erklärt Lippold. Die Erhöhung der Grundsteuer B – sie berücksichtigt alle bebauten Grundstücke einer Gemeinde – sei mit dem Beschluss zum Haushaltsplan 2016 erfolgt. Der Etat war Anfang April bestätigt worden. Anschließend wurde er veröffentlicht. „Damit ist er dann rechtskräftig. Die Gemeinen sind nicht verpflichtet, jeden einzeln zu informieren“, so die Kämmerin und ergänzt: Es sei ja jedem Einwohner unbenommen, an den öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertreter teilzunehmen.

Grundsteuer wirkt sich auf Zuweisungen aus

Die Steuererhöhung sei unter anderem notwendig geworden, weil im Ergebnishaushalt ein Minus von rund 42 800 Euro vorhanden ist, so die Finanzexpertin. Aber das sei nur ein Grund. Gemeinden werden vom Land immer daran gemessen, wie hoch der eigene Hebesatz bei den Steuern im Vergleich zum Landesdurchschnitt ausfällt. „Der Landesdurchschnitt bei der Grundsteuer B liegt bei 354“, erklärt Marion Lippold. Liege eine Gemeinde mit dem eigenen Steuersatz darunter, werde das bei der Berechnung der Schlüsselzuweisungen – Geld, das das Land den Gemeinden zur Verfügung stellt – berücksichtigt. In den meistern Fällen führt das dazu, dass dann diese Zuweisungen geringer ausfallen.

Die jetzt beschlossene Steuererhöhung bedeutet für die Wiendorfer: „Wer zum Beispiel bisher 100 Euro bezahlt hat, muss nun 5,50 Euro mehr berappen“, rechnet Marion Lippold vor. Da im Zuge der Haushaltsdiskussion der höhere Steuersatz bereits ins Auge gefasst wurde, habe die Verwaltung bewusst auf einen Steuerbescheid zum Jahresanfang verzichtet. „Sonst hätten wir diesen jetzt ändern müssen. Wir haben damit zusätzliche Arbeit, Papier und Porto gespart“, erklärt die Kämmerin.

 

 

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erstellt am 06.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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